Debatten um Doping in Russland

Der IOC-Vorstand diskutiert, inwiefern russische Athleten von Olympia in Rio ausgeschlossen werden sollen.

Wo geht es hin mit Olympia angesichts der Doping-Vorwürfe gegen den russischen Sport?

Von Lausanne in der Schweiz aus, dem Hauptsitz des Internationalen Olympischen Komitees IOC, sollte am Dienstag eine Telefonkonferenz des IOC-Vorstandes stattfinden. Wird das IOC den Ausschluss russischer Athleten ausdehnen, so dass die Spiele von Rio praktisch ohne Russlands Team stattfinden würden?

Thomas Bach, der IOC-Präsident aus Deutschland – hier Archivbilder mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin – hatte am Montag verlauten lassen, nach den Ergebnissen des jüngsten Reportes der Welt-Antidopingagentur in Sachen „Belege systematischen Dopings in Russland“ verspreche er, Bach, nun die härtesten denkbaren Sanktionen.

Der aktuelle Report geht davon aus, dass in Moskau und in Sochi unter staatlicher Verantwortung systematisch Dopingproben manipuliert wurden, wie der Untersuchungsverantwortliche, Richard McLaren, am Montag im kanadischen Toronto sagte: „Russische Athleten sind davon betroffen, die in einer großen Bandbreite von Sportarten antreten. Es geht nicht nur um die Leichtathletik, sondern diese Dopingpraktiken betreffen viele Sportarten.“

IOC-Chef Bach – hier Bilder vom Juni – wurde danach mit den Worten zitiert, diese Ergebnisse deuteten hin auf eine schockierende und bisher noch nie dagewesene Attacke gegen „die Integrität des Sportes und der Olympischen Spiele“.

Anders sieht das der frühere Generaldirektor der russischen Antidoping-Agentur, Ramil Khabriyew. Er sagte am Dienstag in Moskau, er halte den Bericht aus Toronto für „nicht glaubwürdig“: „Alle Proben von den Olympischen Spielen werden für mindestens zehn Jahre aufbewahrt. Sie sind für das IOC verfügbar, man kann also alle Proben überprüfen. Das sollte auch geschehen – nicht alle sicher, aber zumindest sollten nicht allein die Proben aus Russland herausgepickt werden. Lasst sie doch den Rest auch überprüfen!“

Die Sommerspiele von Rio sollen am 5. August als die ersten in Südamerika eröffnet werden – fraglich bleibt, ob Sportler aus Russland mit dabeisein sollten und mit dabeisein werden.

Video-Source: Reuters
Fotos: Reuters