Weltflüchtlingstag: „Flucht ist kein Verbrechen“

Das Mittelmeer am Dienstag früh. Es ist der Morgen des Weltflüchtlingstags 2017.

Ein Schiff der Hilfsorganisation Save the Children hat in der Nacht zuvor Flüchtlinge aufgenommen. Nach Angaben der italienischen Küstenwache wurden allein am vergangenen Wochenende 730 Menschen aus dem Meer gezogen. Die meisten hier an Bord stammen aus Ländern südlich der Sahara.

Auf dem Weg nach Europa bedeutet vor allem die Fahrt übers Meer in unsicheren Booten eine tödliche Gefahr, doch es gibt noch andere Risiken. Dieser junge Mann aus Kamerun berichtet:

„Auf unserem Weg nach Libyen haben wir eine Woche lang die Sahara durchquert, ohne Wasser und ohne Essen. Wir wurden auch von Rebellen angegriffen, zwei von uns sind gestorben, ein Mann von der Elfenbeinküste und eine Frau aus Nigeria.“

Wer es dann bis aufs Mittelmeer geschafft hat, kann nur hoffen, lebend in Europa anzukommen.

Rettungsaktionen privater Organisationen würden zunehmend kriminalisiert, kritisiert Sea Watch, ein Verein zur Seenotrettung von Flüchtlingen mit Sitz in Berlin anlässlich des Weltflüchtlingstags. Die Aktionen im Mittelmeer würden mit Menschenschlepperei in Verbindung gebracht.

Die Europäische Union habe sich der Migrationsabwehr verschrieben, so Frank Dörner, Vorstandsmitglied des Vereins.

„Wir erwarten, dass gegen die Kriminalisierung unserer Aktivitäten eingeschritten wird, dass ein klares politisches Statement kommt: Das, was dort gemacht wird von diesen humanitären Nichtregierungsorganisationen ist richtig, das müssen wir auch unterstützen, aus humanitären Gesichtspunkten, aus Menschenrechtsverantwortung, die wir haben als system.scripts.Deutschland.“

Die libysche Küstenwache entwickele sich zunehmend zum Problem, so Sea Watch. Deren Schiffe würden zunehmen aufgerüstet, wiederholt gebe es Übergriffe auf Helfer und auf Flüchtlinge. Auch dagegen, so die Organisation, soll Brüssel einschreiten.