Weichenstellung bei Air Berlin

Aus der Verwaltungszentrale von Air Berlin gab es keine offizielle Stellungnahme. Soviel ist aber klar: Der Gläubigerausschuss wollte am Donnerstag über die vorliegenden Angebote für die Fluglinie beraten und möglicherweise auch schon erste Weichen stellen, welcher Bieter welchen Teil der Airline bekommt.

Endgültige Entscheidungen sollen aber erst am Montag fallen, wenn der Aufsichtsrat von Air Berlin tagt.

Die Lufthansa rechnet sich trotz ihres hohen Marktanteils in Deutschland gute Chancen für eine Übernahme von bis zu 80 der insgesamt 144 Air-Berlin-Flugzeuge aus.

Viel mehr, so die Einschätzung von Lufthansa-Chef Carsten Spohr, werde kartellrechtlich nicht zu machen sein.

Priorität habe für die Lufthansa, sich die 38 Maschinen von Air Berlin zu sichern, die schon für die Lufthansa-Tochter Eurowings geleast wurden, sagte Spohr. Dazu sollten 20 bis 40 weitere Maschinen für Kurz- und Mittelstrecken kommen. Für die mittlerweile schon größtenteils stillstehenden Langstreckenmaschinen der Air Berlin wolle die Lufthansa nicht bieten, hieß es.

Die Lufthansa hatte als erstes ihr Konzept für einen Teilkauf der Mitte August pleite gegangenen Air Berlin vorgelegt – was der Erzrivale Ryanair als abgekartetes Spiel mit der Bundesregierung kritisiert hatte.

Neben der Kranich-Airline gehören unter anderem auch Easyjet, Condor, die British-Airways-Mutter sowie die Luftfahrtunternehmer Hans Rudolf Wöhrl und Niki Lauda zum Bieterkreis.

Das Berliner Logistikunternehmen Zeitfracht liebäugelt unter anderem mit der Frachtsparte und der die Air Berlin Technik.