Washington: Trump feuert FBI-Chef James Comey

US-Präsident Donald Trump hat überraschend den umstrittenen FBI-Chef James Comey entlassen.

Dies sei auf Empfehlung des US-Justizminister Jeff Sessions passiert, hieß es. Comey sei nicht länger in der Lage, das FBI zu leiten.

Das Präsidialamt begründete am Dienstag den Schritt mit Comeys Vorgehen in der E-Mail-Affäre um Hillary Clinton unmittelbar vor der Präsidentenwahl. Comey hätte seine Schlussfolgerungen in der E-Mail-Affäre nicht Ende Oktober – der heißen Phase des Wahlkampfs – veröffentlichen dürfen, hieß es.

Vor einigen Tagen hatte Comey sein Vorgehen vor einem Kongressausschuss verteidigt. Ihm sei zwar übel bei dem Gedanken, dass er damit vielleicht die Wahl beeinflusst habe. Trotzdem habe er richtig gehandelt.

Er hatte weiter ausgesagt, dass Hillary Clintons Topberaterin Tausende Mails an den Laptop ihres Mannes weitergeleitet habe. Das FBI bezeichnete diese Angabe später als falsch.

Der Minderheitenführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, erfuhr vom US-Präsidenten von der Entlassung. Er habe Trump gesagt, dass er einen sehr großen Fehler mache, sagte Schumer.

Dieser habe aber nicht wirklich geantwortet.

Hochrangige Demokraten verwiesen darauf, dass Comey eine von mehreren Ermittlungen wegen der mutmaßlichen russischen Einflussnahme auf die Wahl leite. Die Entlassung rieche nach einer Vertuschung und sei Teil eines Versuches, die Russland-Untersuchungen zu behindern.

Kritiker zogen Parallelen zum Vorgehen von Präsident Richard Nixon in der Watergate-Affäre.