May warnt vor weiterem Anschlag – Sicherheitsstufe erhöht

Tausende sind am Dienstagabend ins Zentrum von Manchester gekommen, um der Opfer des Anschlags zu gedenken. Vielen hier war die Betroffenheit über das Selbstmordattentat bei einem Popkonzert mit mindestens 22 Toten und Dutzenden Verletzten anzusehen. Es ging darum, Solidarität zu zeigen, aber auch darum, zu bekunden, dass man sich nicht unterkriegen lasse. Das betonte auch der örtliche Dichter Tony Walsh.

Tony Walsh: „Und wir schlagen mit dem großartigen Geist Manchesters zurück, mit der Entschlossenheit und dem Verstand des Nordens in bedeutenden Manchester-Texten in diesen schweren Zeiten.“

In diesen schweren Zeiten hat Großbritannien erstmals seit 2007 die Terror-Warnstufe angehoben. Zudem soll die Armee die Polizei im Inland entlasten, Soldaten sollen zusätzlich zu Polizisten etwa bei Großveranstaltungen für Sicherheit sorgen. Die Bedrohungslage werde auf Basis der Ermittlungen nun als kritisch eingestuft, sagte Premierministerin Theresa May in einer Fernsehansprache nach einer Sitzung des Sicherheitsrats. Dies bedeute, dass ein weiterer Anschlag unmittelbar bevorstehen könne.

Man dürfe nicht ignorieren, dass womöglich eine größere Gruppe von Einzelpersonen in den Anschlag verwickelt sei. Das ist genau eine der Fragen, die die Ermittler derzeit zu klären versuchen. Die Polizei geht davon aus, dass ein in Großbritannien geborener 22-Jähriger, Sohn libyscher Einwanderer, für den Anschlag verantwortlich ist. Der Attentäter ist einem Bericht der „Times“ zufolge erst kürzlich aus Libyen wieder nach Großbritannien zurückgekehrt. Am Dienstag nahm die Polizei einen 23-Jährigen fest, bei dem es sich Medienberichten zufolge um den Bruder des Hauptverdächtigen handelt.

Der sogenannte Islamische Staat reklamierte das Attentat für sich, das schwerste in Großbritannien seit zwölf Jahren. Ungereimtheiten in den Angaben der Extremisten-Miliz ließen jedoch Zweifel aufkommen, ob sie wirklich verantwortlich ist. In der Vergangenheit haben sich einige IS-Bekenntnisse als falsch erwiesen.