Wagenknecht sieht kaum noch Chance für Rot-Rot-Grün

Die Spitzenkandidatin der Linken Sahra Wagenknecht hat ein rot-rot-grünes Bündnis nach der Bundestagswahl in zwei Wochen so gut wie abgeschrieben.

Die Spitzenkandidatin der Linken bei der Bundestagswahl, Sahra Wagenknecht, will mit ihrer Partei nach Union und SPD drittstärkste Kraft im Bundestag werden.

Nach den Zahlen der Meinungsforscher liefern sich Linke, FDP, Grüne und AfD hier ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Eine mögliche Mehrheit scheint es nur für eine große Koalition oder für ein sogenanntes Jamaika-Bündnis aus Union, FDP und Grünen zu geben.

An ein Rot-Rot-Grünes Regierungsbündnis glaubt auch Wagenknecht nicht mehr:

„Also, wenn man sich die Umfragen anguckt, kann man jetzt nicht ernsthaft noch in eine Kamera sagen, wir sehen gute Chancen für Rot-Rot-Grün. Also klar, ich würde mir wünschen, wir stehen aktuell bei zehn Prozent, damit Rot-Rot-Grün eine Mehrheit hat, müssten wir 20 Prozent bekommen. Das wünsche ich mir und ich fände es toll und ich fände es auch sehr wichtig eigentlich, dass wir eine andere Regierung bekämen, die wirklich eine sozialere Politik macht. Aber man muss eben leider sagen, die SPD hat es eben vermasselt, weil sie eben den Weg, der am Anfang ganz viele Menschen dazu gebracht hat, Hoffnung in Martin Schulz zu setzen, weil sie dachten, er führt seine SPD wieder auf einer sozialdemokratischen Politik zurück, dass sie diese Hoffnung enttäuscht haben. So wie ich die SPD derzeit erlebe, wirbt sie eigentlich eher um die Fortsetzung der großen Koalition.“

Im Umgang mit der AfD lehnt Wagenknecht eine Ausgrenzung der Partei ab. Stattdessen müsse man sich mit den politischen Positionen der Rechtspopulisten auseinandersetzen:

„Die AfD wird mit großer Wahrscheinlichkeit in den Bundestag einziehen und dann finde ich, muss man sich dort mit ihren politischen Positionen auseinandersetzen. Und wir haben es jetzt in vielen Landtagen erlebt, dass die Fraktionen der AfD alles andere als stabil waren. Die sind zerfallen, da sind Leute ausgetreten, ausgeschlossen worden. Also, in der Regel diskreditieren die sich ja teilweise auch selbst. Aber was man nicht machen sollte, ist die AfD zum Opfer zu machen, indem man eben auf unfaire Weise oder auf pauschal ausgrenzende Weise mit ihr umgeht, sondern man sollte eben klar machen, in jeder Rede, in jeder Auseinandersetzung, was die AfD wirklich vertritt, wem das wirklich helfen würde. Es würde der großen Mehrheit überhaupt nicht helfen, schon gar nicht den sozial Schlechtergestellten. Und ein ganz klares Kontra geben, wenn dort rassistische Ressentiments bediene.“

Die AfD dürfe nicht stärker geredet werden, als sie eigentlich sei, forderte Wagenknecht. Die Linke wolle immer noch dafür kämpfen, dass diese Partei gar nicht in den Bundestag komme.