Verletzte am Rande des Katalonien-Referendums

Die spanische Polizei hat am Sonntag versucht, das von der katalanischen Regionalregierung angesetzte Unabhängigkeitsreferendum zu verhindern. Beamte stürmten Wahllokale an mehreren Orten oder sperrten die Eingänge ab.

Bei den Polizeieinsätzen wurden nach Angaben des katalanischen Zivilschutzes vom Sonntagmittag Dutzende Menschen verletzt, die meisten von ihnen leicht. An einer Kreuzung in Barcelona feuerten spanische Sicherheitskräfte Medienberichten zufolge Gummigeschosse ab.

Die Beamten waren von der Zentralregierung in Madrid nach Katalonien beordert worden, da die katalanische Polizei die Abstimmung nicht verhinderte. Sowohl die konservative Regierung in Madrid als auch das Verfassungsgericht Spaniens haben die Abstimmung für unzulässig erklärt.

Der Chef der katalanischen Regierung, Carles Puidgemont, gab seine Stimme an einem anderen Wahllokal ab, als ursprünglich geplant.

Umfragen zufolge unterstützten lediglich 40 Prozent der Katalanen eine Abspaltung von Spanien. Eine Mehrheit befürwortet jedoch die Abhaltung eines Referendums. Geplant ist, dass die Wahllokale bis Sonntagabend 22 Uhr geöffnet bleiben.

Katalonien ist eine wohlhabende Region an der Grenze zu Frankreich, in der mit Katalanisch eine eigene Sprache gesprochen und ein Fünftel der spanischen Wirtschaftsleistung erzielt wird.