Vater des Manchester-Attentäters – „Alles war normal“

Razzia im Raum Manchester am Mittwoch. Im Zusammenhang mit dem Selbstmordanschlag in der nordenglischen Stadt hat die britische Polizei eine weitere Person festgenommen. Damit befänden sich sechs Männer in Gewahrsam und würden verhört, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Eine verhaftete Frau wurde dagegen am Donnerstag wieder freigelassen. Sie werde nicht beschuldigt, hieß es. Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass der Attentäter, der sich am Montag in Manchester in die Luft gesprengt hatte, nicht alleine handelte.

„Ich denke, es ist offensichtlich, dass wir es hier mit einem Netzwerk zu tun haben“, sagte der Polizeichef von Manchester Ian Hopkins. „Die umfangreichen Ermittlungen im Raum Manchester dauern an.“

Der Zeitung „Independent“ zufolge wurden bei einer Durchsuchung Sprengsätze gefunden, die möglicherweise für künftige Attentate genutzt werden sollten. Laut Polizei kam es bei einer Razzia zu einer kontrollierten Explosion gekommen sei. In Großbritannien wurde erstmals seit zehn Jahren die höchste Terror-Warnstufe ausgerufen. Dies bedeutet, dass ein weiterer Anschlag unmittelbar bevorstehen könnte. Zum Schutz von Großveranstaltungen und öffentlichen Plätzen werden nun auch Soldaten eingesetzt.

Bei dem Anschlag starben am Montag 22 Menschen, darunter auch Kinder und Jugendliche. Die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat die Tat für sich reklamiert. Der mutmaßliche Täter, ein 22-jähriger Brite mit libyschen Wurzel sprengte sich zum Ende eines Pop-Konzerts in die Luft. Sein Vater sagte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch in Libyen, er sei sich sicher, dass sein Sohn die Tat nicht begangen habe. Er habe keiner Organisation angehört. „ich habe vor fünf Tagen mit ihm gesprochen. Und da war alles normal, er hat gesagt, er wolle auf eine Pilgerreise nach Mekka gehen.“ Noch während des Interviews wurde der Vater von einer Anti-Terroreinheit in Gewahrsam genommen. Auch der Bruder wurde in Tripolis festgenommen. Er soll dort einen Anschlag geplant haben.