US-Präsident kündigt stärkeres Engagement in Afghanistan an

Die USA werden nach Trumps Worten auch die Nato-Verbündeten und andere Partner bitten, zusätzliche Truppen und Geld zur Verfügung zu stellen.

US-Präsident Donald Trump hat ein stärkeres Engagement der amerikanischen Streitkräfte in Afghanistan angekündigt und will dabei auch Alliierte in die Pflicht nehmen. Ein schneller Rückzug aus Afghanistan würde ein Vakuum schaffen, das Extremisten ausnutzen würden, sagte Trump am Montagabend auf einem Militärstützpunkt in der Nähe von Washington.

„Ich teile die Frustration des amerikanischen Volkes. Mein ursprünglicher Instinkt war es, abzuziehen. Und eigentlich mag ich es, meinen Instinkten zu folgen. Aber ich höre immer, wenn man am Schreibtisch im Oval Office sitzt, können die Entscheidungen andere sein.“

Seine Sicherheitsberater hätten ihn aber von einem stärkeren Engagement überzeugt. Damit soll verhindert werden, dass die radikalislamischen Taliban die Regierung in Kabul stürzen. Wie viele Soldaten zusätzlich an den Hindukusch entsandt werden, sagte Trump nicht. Regierungskreisen zufolge billigte er aber den Plan von Verteidigungsminister Jim Mattis, die 8400 Mann starke Truppe um 4000 aufzustocken.

Die USA werden nach Trumps Worten auch die Nato-Verbündeten und andere Partner bitten, in gleichem Umfang zusätzliche Truppen und Geld zur Verfügung zu stellen. Der internationale Einsatz in Afghanistan wird von der Nato angeführt. Auch die Bundeswehr ist daran mit bis zu 980 Soldaten beteiligt.

Trumps Rede war mit Spannung erwartet worden und eher allgemein gehalten. Im Wahlkampf hatte er kritisiert, der Einsatz in Afghanistan koste zu vielen Menschen das Leben und sei zu teuer.