Urteil am Landgericht: Fast drei Jahre Haft nach Feuerattacke gegen schlafenden Obdachlosen

Das Berliner Landgericht hat am Dienstag das Urteil im Prozess gegen sechs junge Männer gesprochen, die Ende 2016 einen Obdachlosen angezündet hatten. Wegen gefährlicher Körperverletzung wurde der Hauptbeschuldigte Nour N. zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Gegen drei weitere Angeklagte wurden wegen Beihilfe zur versuchten, gefährlichen Körperverletzung Jugendstrafen von jeweils acht Monaten auf Bewährung verhängt. Zwei der Angeklagten wurden wegen unterlassener Hilfeleistung schuldig gesprochen.Die Staatsanwaltschaft hatte auf versuchten Mord plädiert, da die Angeklagten den Tod des Geschädigten in Kauf genommen hätten. Lisa Jani, Gerichtssprecherin:

LISA JANI, PRESSESPRECHERIN AM LANDGERICHT:

„Die Kammer ist dem nicht gefolgt und hat das damit begründet, dass die Angeklagten zwar sehr wohl die Gefährlichkeit ihrer Handlung erkannt haben, dass sie aber nicht erkannt haben, dass es im weiteren Geschehensverlauf tatsächlich zum Tod des Opfers kommen könnte.“

Der Haupttäter hatte in der Nacht zum ersten Weihnachtstag 2016 ein Taschentuch angezündet und dieses direkt neben dem Kopf des Obdachlosen gelegt. Dadurch hatte der Rucksack des Mannes, den er als Kopfkissen benutzte, Feuer gefangen. Der Mann wurde nur leicht verletzt.