Unfall auf der A10: Lastwagen versperrt Helfern die Rettungsgasse!

Feuerwehr filmt teils unglaubliches Verhalten – Polizei: „Wenn wir zu spät eintreffen, dass müssen wir mit Toten rechnen und das nur, weil wir nicht durchgekommen sind.“

Gaffer und Rettungsgassen-Blockierer gefährden immer wieder Menschenleben bei Unfällen: Bei einem Unfall nahe Oranienburg war ein Lkw-Fahrer besodners dreist, blockierte die Gasse für die Sanitäter.

Drei Menschen liegen teilweise schwerverletzt nach einem Verkehrsunfall in ihren Autos, hoffen auf Hilfe. Was machen die Umherstehenden: gaffen, filmen und dem Rettungswagen den Weg versperren!

So geschehen am Dienstag gegen im Feierabendverkehr auf der A10. Zwischen der Anschlussstelle Birkenwerder und dem Autobahndreieck Oranienburg in Richtung Hamburg krachte gegen 17.20 Uhr ein Lkw auf einen Mini Cooper, der wiederum fuhr auf einen Lkw. Die Insassen des Minis sind schwerverletzt, der Fahrer des ersten Lkw ist verletzt.

► Als ein Fahrzeug der Sanitäter durch die gebildete Autogasse fahren will, wird ihm diese versperrt: ein Lkw quetscht sich durch, um an den Anfang des entstandenen Staus zu kommen.

Die Helfer mussten den Weg zum Verletzten zu Fuß zurücklegen, was sie wertvolle Zeit gekostet hat. Ein Hubschrauber kam zum Einsatz, der eine schnelle Versorgung gewährleisten konnte.

Die Polizei verurteilte das unsoziale Verhalten: „Wenn wir zu spät eintreffen, müssen wir mit Toten rechnen und das nur, weil wir nicht durchgekommen sind“, hieß es aus deren Reihen.
Zudem versammelten sich auf einer Brücke Zuschauer, die das Geschehen dokumentierten und filmten.

Die Autobahn war sowohl in Richtung Hamburg als auch in Richtung Berlin zeitweilig komplett gesperrt.

►Am Montag starben 18 Menschen bei einem Busunglück auf der A9. Die Seniorengruppe war von Sachsen auf dem Weg an den Gardasee, als das Fahrzeug nach einer Kollision mit einem Lkw in Flammen aufging. Schaulistige hatten die Helfer behindert.

Auch hier soll die Rettungsgasse nicht breit genug gewesen sein. Die Einsatzkräfte hatten dadurch wichtige Zeit verloren. Auf der Gegenfahrbahn war es durch abbremsende Autos voller Gaffer fast zu weiteren Unfällen gekommen, hieß es. Verkehrsminister Alexander Dobrindt verurteilte dieses Verhalten und ist bereit Bußgelder zu erhöhen. Drei Menschen befinden sich immer noch in Lebensgefahr.

Am Montagmittag wurden zwei Mädchen (15) am Kudamm in Berlin angefahren. Die am Boden liegenden Opfer mussten mit Regenschirmen von den Blicken der Schaulustigen geschützt werden. Sie wurden mit Pfefferspray abgewehrt.

Bei einem Unfall in Mai in der Hauptstadt versuchten Personen sogar die Türen des Krankenwagens zu öffnen, wollten ins Innere des Fahrzeuges schauen, als dort Verletzte behandelt worden sind.

Video-Source: B.Z./Julian Stehle
Fotos: B.Z./Julian Stehle