Überlebender in Las Vegas berichtet von dramatischer Rettung

Bei dem Massaker in der US-Metropole wurde der Kanadier Braden Matejka am Kopf getroffen. Passanten halfen ihm.

Braden Matejka ist um wenige Millimeter am Tod vorbeigeschrammt. Der 25-Jährige Kanadier hatte zusammen mit seiner Freundin am Sonntagabend das Country-Festival in Las Vegas besucht und stand plötzlich im Kugelhagel. In einem Zelt suchten die beiden vergebens nach Schutz, eines der Projektile traf Matejka am Kopf.

„Mir lief das Blut über den Hinterkopf, den Rücken runter, bis auf meine Hose. Ich hatte das Gefühl, als ob es immer weiter spritzte und hielt meinen Kopf fest. Wir sind weiter gerannt und haben vier Leute getroffen, die uns halfen. Sie zogen ihre T-Shirts aus und wickelten sie um meinen Kopf. Sie brachten mich zur Straße und hielten eine Autofahrerin an. Sie nahm mich ins Auto und brachte mich ins Krankenhaus.“

Nach Angaben der Ärzte traf die Kugel Matejka zwar am Kopf, durchschlug aber nicht den Schädelknochen.

„Wäre sie nur ein bisschen weiter oder anders geflogen wäre, hätte die Kugel mein Gehirn getroffen und mich gäbe es nicht mehr.“

Warum der Attentäter auf sie schoss, werde man vielleicht nie beantworten können, sagt Matejka.

„So etwas kann überall passieren, jederzeit. Vielleicht nicht so wie hier, aber manche Leute werden plötzlich, wie aus dem Nichts radikal, niemand kann sich das erklären. Jetzt ist es genau dort passiert, wo wir waren, aber das wird mich nicht davon abhalten, mir weiter die Welt anzuschauen. Vielleicht werde ich jetzt noch viel schneller leben.“ AMANDA: „Ja, man schätzt das Leben viel mehr und sieht die Dinge in einem ganz anderen Licht.“

Opfer, Hinterbliebene und Ermittler suchen weiter nach Antworten auf die Frage, was den Attentäter angetrieben hat. Laut Ermittlern hatte sich der 64-jährige Stephen Paddock mit einem ganzen Waffenarsenal im Mandalay Bay Hotel verschanzt. Vom 32. Stock aus feuerte er auf die Besucher des Country-Festivals auf der anderen Straßenseite. Er tötete 58 Menschen und verletzte mehr als 500 weitere, bevor er sich selbst das Leben nahm.

Nach FBI-Angaben gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass das Attentat einen terroristischen Hintergrund hat.