Trumps Europareise: Pontifex empfängt Potus

Im Vatikan wurde am Mittwochmorgen US-Präsident Donald Trump von Papst Franziskus empfangen. Die Audienz war mit Spannung erwartet worden. Mit Kritik aneinander hatten sich die beiden in der Vergangenheit nicht zurückgehalten, auf vielen Gebieten liegen ihre Positionen weit auseinander, etwa bei Themen wie Migration oder Umweltschutz.

Eine halbe Stunde unterhielten sich Trump und Franziskus unter vier Augen am Schreibtisch des Papstes.

Auch Tochter Ivanka und Ehefrau Melania wurden im Anschluss von Franziskus begrüßt. Der Papst fragt, ob die First Lady ihrem Mann eine Spezialität ihrer slowenischen Heimat, „Potica“, zu essen gebe. Melania und die meisten Journalisten verstehen aber nur „Pizza“, was offenbar für sichtliches Amüsement bei Franziskus sorgt.

Als Geschenk hatte der US-Präsident eine Box mit Büchern von Martin Luther King mitgebracht. Der Papst überreichte seinerseits seine anlässlich des Weltfriedenstags veröffentlichte Friedensbotschaft sowie drei seiner Schreiben – darunter auch eine Enzyklika, die sich mit dem Umwelt- und Klimaschutz befasst.

Er werde alles lesen, versicherte Trump.

Während des US-Wahlkampfes im vergangenen Jahr hatte der Papst Trump vorgeworfen, wer immer nur Mauern bauen wolle, statt Brücken, sei kein Christ. Der Immobilienmilliardär erwiderte, es sei schändlich von einem Religionsoberhaupt, den Glauben einer Person in Zweifel zu ziehen.

Nach dem Vatikanbesuch steht für den US-Präsidenten die Weiterreise zum Nato-Gipfel in Brüssel auf dem Plan.