Terror in London! LKW-Anschlag auf London Bridge, Messerattacke im Kneipenviertel

Polizeieinsatz auf der London Bridge. Wie englische Medien übereinstimmend berichten, sind mehrere Menschen in der Londoner Innenstadt von einem weißen Lieferwagen angefahren worden. Im Herzen der britischen Hauptstadt waren daraufhin bewaffnete Polizeikräfte im Einsatz.

Mehrere Tote auf der London Bridge

Offiziellen Angaben zufolge sind sechs Menschen getötet worden. Laut der Notarztdienste wurden 48 Verletzte in fünf Krankenhäuser der Stadt eingeliefert. Mehrere weitere Personen mit leichteren Verletzungen wurden vor Ort medizinisch versorgt.

Eine BBC-Reporterin, die zum Zeitpunkt des Vorfalls selbst auf der Brücke war, berichtet, der Lieferwagen wurde von einem männlichen Fahrer gesteuert, der rund 80 Stundenkilometer fuhr. Weiter habe sie gesehen, wie der Mann in Handschellen und oberkörperfrei von der Polizei abgeführt wurde.

Zwei Polizeiboote waren laut Sky News auf der Themse unterwegs, um nach möglichen weiteren Opfern zu suchen. Außerdem halfen Polizisten per Boot, Menschen in dem Areal rund um die London Bridge in Sicherheit zu bringen.

Die Brücke war in beide Richtungen gesperrt. Der Verkehr in der Innenstadt wurde umgeleitet, die Menschen wurden angewiesen, die Region zu meiden. Laut Premierministerin Theresa May wird der Vorfall von den Behörden als „möglicher Terror-Akt“ behandelt.

Messer-Attacke in Restaurant am Borough Market
Angaben von Scotland Yard zufolge ist die Polizei außerdem am Borough Market im Einsatz gewesen, wo es einen weiteren „terroristischen Vorfall“ gegeben habe.

Hier sollen laut CNN zwei Männer ein Restaurant gestürmt und mit Messern auf eine Kellnerin und einen weiteren Anwesenden eingestochen haben. Anderen Medienberichten zufolge sollen auf der Straße am Markt Schüsse gefallen sein.

Das Ehepaar Ben und Natalie stand vor der Markthalle Borough Market im Ausgehviertel nahe der Brücke: „Wir haben Leute wegrennen sehen, und dann habe ich einen rot gekleideten Mann mit einer langen Klinge – schätzungsweise 30 Zentimeter lang – gesehen, der mehrmals auf einen Mann eingestochen hat”, schilderte Ben dem Sender BBC. Das Opfer sei zu Boden gesunken. „Dann haben wir drei Schüsse gehört und sind gerannt.”

Ein anderer Augenzeuge sagte der BBC, die Angreifer hätten wahllos auf Menschen eingestochen und gerufen: „Das ist für Allah.” Der Anschlag ereignete sich wenige Minuten nach dem Ende des Champions-League-Finals zwischen Real Madrid und Juventus Turin. Zahlreiche Fußballfans verfolgten das Endspiel am Samstagabend in den Bars rund um den Borough Market.

Drei Terroristen erschossen
Die Polizei stellte drei männliche Tatverdächtige. Diese wurden am Borough Market erschossen – acht Minuten nach Eingang des Notrufs. Die Attentäter trugen laut Polizei Westen, die so aussahen, als würden sie Sprengstoff enthalten. Die Westen entpuppten sich später jedoch als harmlose Attrappen.

Zunächst hatte es geheißen, es gebe darüber hinaus einen dritten Vorfall im Londoner Stadtteil Vauxhall gegeben. Dieser Einsatz soll jedoch nicht im Zusammenhang mit den möglichen Terroranschlägen stehen.

Die politischen Reaktionen

Premierministerin Theresa May hat für Sonntagmorgen bereits eine Sondersitzung des Cobra-Komitees, des höchsten britischen Sicherheitsgremiums, einberufen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sicherte Großbritannien Deutschlands Solidarität zu. „Wir sind heute über alle Grenzen hinweg im Entsetzen und der Trauer vereint, aber genauso in der Entschiedenheit”, erklärte Merkel am Sonntag. „Ich bekräftige für Deutschland: Im Kampf gegen jede Form von Terrorismus stehen wir fest und entschlossen an der Seite Großbritanniens.”

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte, Frankreich stehe angesichts dieser „neuerlichen Tragödie mehr denn je an der Seite des Vereinigten Königreichs”.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan sprach von einem „gezielten und feigen Angriff auf unschuldige Londoner und Besucher unserer Stadt, die ihren Samstagabend genossen”. Es gebe keine Rechtfertigung für derartig „barbarische Taten”.

Er lehnte jedoch eine Verschiebung der Unterhauswahl ab. Die Briten könnten zeigen, dass sie sich nicht einschüchtern lassen, indem sie am Donnerstag ihre Stimme abgeben, sagte er.

Bereits der 3. Anschlag

Es ist bereits der dritte Anschlag in Großbritannien binnen weniger als drei Monaten. Ende März war der mutmaßlich islamistische Attentäter Khalid Masood auf der Westminster Bridge im Zentrum Londons mit seinem Auto in eine Gruppe von Passanten gerast, vier Menschen starben. Vor dem Parlament erstach Masood dann einen Polizisten, ehe er selbst erschossen wurde. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat für sich.

Am 22. Mai hatte sich der Selbstmordattentäter Salman Abedi am Ende eines Konzertes von US-Popstar Ariana Grande in Manchester in die Luft gesprengt und 22 Menschen mit in den Tod gerissen. 116 Menschen wurden verletzt. Unter den Opfern waren viele Jugendliche und Kinder. Grande schrieb in der Nacht zum Sonntag auf Twitter, sie „bete für London”.