Tausende Polizisten sichern Demonstrationen in Köln

In Köln werden am Sonntag mehrere Zehntausend Anhänger des türkischen Präsidenten Erdogan erwartet. Die Kölner zeigten sich darüber nicht gerade froh.

„Wenn diese Türken demonstrieren, dann sollen die bitteschön das in der Türkei machen. Und nicht bei uns. Ich finde es schade, dass unsere Beamten, unsere Polizisten, dass die quasi ihre Gesundheit riskieren, um uns als normale Bürger zu schützen. Ich finde es echt traurig, ich finde es echt schade. Und ich bin der Meinung, dass man tatsächlich solche Demos bei uns verbieten sollte.“

„Nein, da bin ich nicht dafür. Weil sie haben die gleichen Rechte, wie wir. Und wenn man ihnen verbietet, dann wird man uns als Deutsche, kann man dann irgendwann auch verbieten.“

„Ich finde es sehr komisch, dass die Türken hier dafür demonstrieren, dass man in der Türkei nicht mehr demonstrieren darf. Also ich bin für Demokratie und für eine freiheitliche Gesellschaft. Darum gehe ich heute demonstrieren.“

Zeitgleich zur Pro-Erdogan-Demo finden vier Gegendemonstrationen statt. Die Polizei hat die Zahl ihrer Beamten auf 2.700 aufgestockt. Insbesondere der Bereich der Pro-Erdogan-Kundgebung soll besser abgesichert werden. Der türkische Sportminister hat seine Teilnahme angekündigt. Der Polizeisprecher Wolfgang Baldes sieht seine Kollegen dennoch gut gerüstet.

„Die Teilnehmer sind natürlich zum Teil emotional auch aufgeladen. Von daher haben wir von vorne rein gesagt, dass wir sehr konsequent durchgreifen und einschreiten. Noch mal: Wer hierher kommt, um friedlich zu demonstrieren, da gibt es natürlich volle Unterstützung auch der Polizei. Wer allerdings kommt, um Straftaten zu begehen, Gewalttaten und zu solchen aufzurufen, der wird auch schnell erkennen, dass die Polizei heute früh und entschlossen eingreift.“

Dolmetscher sollen die Reden der Teilnehmer vor Ort ins Visier nehmen. Für Erleichterung sorgte das Verbot einer Übertragung einer Erdogan-Rede über eine Großleinwand. Das hatte das Bundesverfassungsgericht am Samstagabend untersagt.

Video-Source: Reuters
Fotos: Reuters