Tanzender Polizist bei Razzia: Respekt! Schön, wenn Berliner Polizisten so gut drauf sind

Ende Juli wurden in Berlin-Friedenau mehrere Lokale überprüft. In einem Laden lief anscheinend so gute Musik, dass ein Polizist kurzerhand zum Tänzer wurde.

Entspannte Stimmung während einer Razzia: Während seine Kollegen die Shisha-Bar „Statement“ an der Rhinstraße überprüfen und zwei mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten vor der Tür stehen, lässt dieser Beamte die Hüften kreisen und groovt zum Beat. Offensichtlich gefällt ihm, was er da hört …

Zunächst noch mit ernster Miene und Hand an der Waffe steht der Beamte in dem Lokal. Doch dann kann er sich nicht mehr halten. Offensichtlich reißen ihn die Rhythmen mit. Der Körper vibriert. Mit gespitzten Zeigefingern folgt er der Musik. Er tänzelt hin und her. Singt Textfragmente mit. Der Kopf wippt, er wackelt mit dem Po. Eine junge Frau im Hintergrund amüsiert sich köstlich. Auch er hat sichtlich Spaß. Respekt! Schön, wenn Berliner Polizisten so gut drauf sind.
Mehrere Lokale überprüft

Ende Juli hatten etwa 40 Polizisten und das Ord­nungs­amts fünf Stunden lang mehrere Lokale an der Rheinstraße in Frie­denau überprüft. Es ging um Jugendschutz, Hygienemängel und die Raser-Szene.

Einer der Besitzer des „Statement“, Burak Erkan, fand die Razzia nicht verhältnismäßig. „Sechs Mannschaftswagen, fünf Streifenwagen, Zivilpolizisten standen vor dem Haus. Zwei mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten standen vor der Tür“, sagt Erkan. „Gefunden haben sie bei uns nichts“, so der zweite Chef, Faruk Kiyak.

Nur Anzeigen vom Ordnungsamt

Nur vom Ordnungsamt habe es Mängelanzeigen gegeben: Zwei lädierte Küchenmesser wurden mitgenommen, die Dichtung des Kühlschranks war etwa schimmlig und die Kohlenmonoxid-Werte waren etwa zu hoch. Außerdem hatte sich eine 17-Jährige in eine Geburtstagsrunde eingeschlichen. Dort ist der Eintritt erst ab 18 erlaubt.

„So ein Einsatz schadet unserem Ruf“, sagt der Besitzer. „Inzwischen haben wir alles behoben und ein Kohlenmonoxid-Messgerätangebracht“, sagt Burak Erkan.

Allerdings musste ein anderes Lokal an der Rhinstraße wegen hy­gie­ni­scher Män­gel in der Küche ge­schlos­sen wer­den. 20 Fahrzeuge wurden von den Beamten überprüft, drei Autos mussten wegen des Verdachts auf technische Mängel vorübergehend aus dem Verkehr gezogen werden. Ein mit Haftbefehl gesuchter Mann wurde festgenommen. Grund für die Razzia waren Anwohnerbeschwerden wegen der Raser-Szene in ihrer Straße.