Studie: Verunsicherte Arbeiter wählen eher AfD

Menschen mit niedrigen Einkommen, mittlerer Schulbildung und hohen Verlustängsten neigen einer Studie zufolge verstärkt dazu, AfD zu wählen.

Hunderte Menschen versammeln sich regelmäßig in ganz Deutschland zu Demonstationen der AfD. Jüngsten Umfragen zufolge wollen viele die rechtspopulistische Partei auch bei der Bundestagswahl am 24. September wählen. Meist sind es Menschen mit niedrigen Einkommen, mittlerer Schulbildung und hohen Verlustängsten. So das Ergebnis einer Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, die am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde. Fast alle AfD-Wähler sprechen sich für eine Begrenzung des Zuzugs aus, sagt der Wahlforscher Richard Hilmer.

„Die Angst auch vor Überfremdung ist weit stärker ausgeprägt in der AfD-Wählerschaft. Durch Zuwanderung fühlt man sich fremd in eigenem Land, sagen gut acht von zehn AfD-Wählern, nur knapp die Hälfte, 44 Prozent der Gesamtbevölkerung, da sind die AfD-Wähler schon drin.“

Obwohl die Wirtschaftsdaten generell gut seien, gebe es Beschäftigte, die für sich und ihre Kinder einen Abstieg fürchteten, so die Urheber der Studie. Der DGB-Chef Reiner Hoffmann forderte, die Politik müsse auf die Ängste eingehen, die einen realen Hintergrund hätten. Dazu gehöre, Fehlentwicklungen auf dem Arbeitsmarkt wie einen großen Niedriglohnsektor oder viel Leiharbeit zu korrigieren.