So nicht, Air Berlin! Ryanair will derzeit kein Angebot abgeben

Beim Pressetermin in Berlin gibt sich Michael O’Leary bestens gelaunt. Zufrieden ist der Chef der irischen Billigfluglinie Ryanair aber nicht.

Grund dafür: der Investorenprozess rund um die Insolvenz von Air Berlin verstoße gegen die Wettbewerbsregeln der EU, so der Ire.

Ein Angebot für das insolvente Luftfahrtunternehmen oder Teile davon wolle er nicht abgeben.

„Wir wurden nicht zu einem Gebot aufgefordert. Es scheint so als seien die Bücher seit Mai verfügbar, aber wir wissen nicht, wie man Zugang dazu erhält. Man will nicht, dass wir dabei sind.“

Ryanair habe am Mittwoch das Bundeskartellamt und die EU-Wettbewerbsbehörde aufgefordert, diese „künstlich erzeugte Insolvenz“ zu untersuchen. Der Zeitpunkt der Insolvenz von Air Berlin Mitte August sei gewählt worden, um vor der Bundestagswahl am 24. September Druck auf die Politik auszuüben, so O’Leary.

Das abgekartetes Spiel zwischen Lufthansa, der Regierung und Air Berlin sei nicht nur eine Verletzung der deutschen Wettbewerbsregeln sondern auch der europäischen Gesetzgebung. „Wir haben das Bundeskartellamt und die EU-Kommission aufgefordert zu verhindern, dass Lufthansas Anteil an deutschen Inlandsflügen von 65 auf 95 Prozent wächst.“

Air Berlin will bis zum 15. September Angebote von Investoren einsammeln. Aus dem Umfeld des Konzerns hieß es: „Ryanair gehört nicht zum Kreis der Interessenten für Air Berlin. O’Leary sagte, er habe keinen Kontakt zu Air Berlin, dem Sachwalter oder der Bundesregierung.