Schröder im Rosneft-Aufsichtsrat

Die russische Führung setzt auf Gerhard Schröder: Der deutsche Exkanzler und Freund von Wladimir Putin hat schon bei Gazprom gearbeitet und nun hat er einen Spitzenposten bei Rosneft. Der 73-Jährige wurde am Freitag in St. Petersburg auf Vorschlag der russischen Regierung erst in den Verwaltungsrat gewählt und übernahm dann dessen Leitung. Der Altkanzler zeigte sich auf der anschließenden Pressekonferenz entsprechend gut gelaunt:

„Also zunächst einmal bin ich wirklich erfreut, dass ich gewählt worden bin nicht nur als Mitglied des Boards sondern auch als dessen Vorsitzender. Und eins ist doch klar. Für mich ist wichtig über die Zukunft des Unternehmens nachzudenken und viel davon zu lernen, was bisher erreicht worden ist. Und das ist ja nicht wenig. Rosneft ist ja nicht umsonst die größte Ölgesellschaft Der Welt.“

Vor den Journalisten betonte der ehemalige sozialdemokratische Bundeskanzler, dass er beabsichtige, die Beziehungen zu Russland zu verbessern:

„Was heißt loyal? Ich habe Interessen Deutschlands vertreten und bin der festen Überzeugung, dass die Interessen Deutschlands nicht zuletzt sind, ein gutes Verhältnis mit Russland herzustellen, sowohl ökonomisch als auch politisch. Ich habe den Eindruck, wirklich den Eindruck, dass das alle meine Vorgänger so gesehen haben und meine Nachfolgerin auch.“

Schröder gilt seit Regierungszeiten als Freund des russischen Präsidenten Putin und arbeitet seit seinem Ausscheiden aus dem Kanzleramt 2005 für den Gaskonzern Gazprom. Der staatlich kontrollierte Konzern Rosneft ist für Deutschland ein Großlieferant von Erdöl. Das Geschäftsgebaren des Unternehmens gilt als rüde. Der Kreml nutzt Energiefirmen wie Gazprom oder Rosneft auch als verlängerten Arme seiner Außenpolitik.