Roger Moore ist tot

Im rasant-gefährlichen Einsatz für seine Majestät, so wird Roger Moore vielen im Gedächtnis bleiben. Als Geheimagent James Bond erlangte der britische Schauspieler weltweite Berühmtheit. Am Dienstag starb er nach Angaben seiner Familie im Alter von 89 Jahren. Moore sei nach einem kurzen, aber tapferen Kampf einer Krebserkrankung erlegen, teilten seine drei Kinder mit.

Seine zwölf Jahre als 007 machten Moore zum Millionär und Frauenschwarm. Der Sohn eines Londoner Polizisten sagte einmal, sein vornehmes Image in Film und Realität sei konstruiert, um seine Scheu und Schüchternheit zu überspielen. Die Darstellung der Sexszenen, Schlüsselelemente der Bond-Streifen, habe ihn in Schrecken versetzt.

Seinen großen Durchbruch feierte Moore ab Anfang der 1960er Jahre in Fernsehserien. 1973 ergatterte er die begehrte und lukrative Bond-Rolle in der Verfilmung von Ian Flemings Action-Romanen. Quasi als Steuerflüchtling zog er in die USA. Als er dort, in Hollywood, vor rund zehn Jahren mit einem Stern auf dem Walk of Fame geehrt wurde, würdigte er seine Darstellung der Agenten-Ikone so:

O-Ton: „Ich bin sehr, sehr dankbar, dass ich sieben davon geschafft habe. Sieben ist wohl meine Glückszahl. Traurigerweise musste ich als Bond in den Ruhestand gehen, denn die Mädchen wurden alle zu jung, oder ich wurde zu alt – ich weiß nicht mehr, wie das war. Das sah dann eher eklig aus, so wie Liebe am Nachmittag. Und daran ist nichts falsch. “

Nach seinem Rückzug und der Stabübergabe an seinen Bond-Nachfolger Timothy Dalton, begab sich Moore in eine Art halben Ruhestand, lebte das Leben eines Millionärs und reiste zwischen seinen Häusern in Los Angeles, der Schweiz und Südfrankreich hin und her. Anfang der 1990er Jahre wurde er dann UN-Sonderbotschafter und engagierte sich fortan für Kinder in Not.

Im richtigen Leben hinterlässt Roger Moore neben seinen Kindern auch seine vierte Ehefrau, mit der er seit 2002 verheiratet war. Als Ex-007 hinterlässt er eine weltweite Fangemeinde.