Prozess Landgericht Frankfurt: Annemarie (5) vom Freund der Mutter missbraucht

David S. zwang die Tochter seiner Lebensgefährtin zu sexuellen Handlungen, bezog sogar den Mischlingshund mit ein. Jetzt steht er vor Gericht.

Mit Handschellen und einem Ordner vor dem Gesicht wurde David S. (38) am Dienstag kurz nach 9 Uhr in den Saal 007 des Frankfurter Landgerichtes geführt. Seine Taten sind unglaublich und widerlich. Er zwang die damals fünfjährige Annemarie* (6), die Tochter seiner Lebensgefährtin in der gemeinsamen Wohnung in Straußberg sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen. Sogar Mischlingshund Kiki wurde in die Sexspiele einbezogen. Die ekelhaften Taten filmte er mit dem Handy.
David S. machte Fotos und Videos

Die Mutter von Annemarie (31) und David kannten sich schon aus der Grundschule, haben sich im Internet wiedergefunden. Er machte gerade einen Drogenentzug, sie half ihm. Er zog zu ihr und dem kleinen Mädchen. Dort nutzte er die Hilfsbereitschaft der Mutter und die Hilflosigkeit des Kindes schamlos aus. Aufgeflogen war das ekelhafte Treiben des 38-Jährigen nur, durch die Eifersucht seiner Freundin. „Er hatte sich plötzlich verändert“, sagt die Mutter. Sie vermutete eine andere Frau und schaute heimlich auf seinem Handy nach. Dort fand sie die widerlichen Fotos und Videos. „Ich war schockiert und bin mit der Kleinen sofort zu meinem Vater gefahren. Dann habe ich die Polizei verständigt.“ David S. wird festgenommen, sitzt seither in U-Haft.

Angeklagt wegen Missbrauchs und Kinderpornografie

Die Staatsanwältin (55) wirft dem Angeklagten vor, in der Zeit vom 5. Juni bis 11. September 2016 an der damals fünfjährigen Tochter seiner Freundin in sieben selbständigen Fällen sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben. In fünf Fällen handelt es sich demnach um Kindesmissbrauch, davon zweimal schweren Kindesmissbrauch. Darüber hinaus listet die Anklage zwei Fälle von Kinderpornografie auf. Bei einer Verurteilung drohen dem Angeklagten nicht unter drei Jahre Haft. Wohl auch wegen der klaren Beweislage, war der arbeitslose und vormals drogenabhängige Täter geständig und ersparte seinem Opfer das Martyrium, vor Gericht aussagen zu müssen. Von seinem Anwalt ließ er eine Erklärung verlesen. Er habe sich treiben lassen, könne sich das alles nicht erklären: „Ich schäme mich so.“

Mutter glaubt nicht an Reue von David S.

Für Annemaries Mutter ist das alles nicht ehrlich. Schon aus dem Knast hat er ihr immer wieder Briefe geschrieben und angeblich alles bereut. „Ich glaube ihm davon kein Wort.“ Er schrieb auch, dass er zu Gott gefunden habe. Ich weiß nicht, wie meine Tochter diese schrecklichen Erlebnisse verarbeiten wird. Auch ich leide mit dem Wissen, was er ihr angetan hat, sehr. Er soll für immer weggesperrt werden. „Annemarie geht jetzt zur Schule. Durch die Schule ist sie abgelenkt. Sie weiß, dass ich im Gericht bin, damit David bestraft werden kann.“

*Name geändert