Prozess gegen mutmaßliche Unterstützer von Islamistengruppe in Berlin

Die Angeklagten sollen eine extremistische Vereinigung im syrischen Bürgerkrieg unterstützt haben.

In Berlin müssen sich seit Freitag zwei mutmaßliche Unterstützer der extremistischen Vereinigung „Junud al-Sham“ – auf Deutsch „Die Soldaten Syriens“ – vor Gericht verantworten. Die Bundesanwaltschaft wirft Ismet D. und Emin F. vor unter dem Schutz einer Berliner Moschee eine terroristische Vereinigung unterstützt haben, die vor allem in Syrien operiert. Die Unterstützung sei vorrangig durch Geld, aber auch durch organisatorische und logistische Dienste erfolgt. Staatsanwältin Verena Bauer:

„Es gibt schon lange in Berlin eine dschihadistische Szene, wo man sich trifft, sich zu religiösen Verrichtungen trifft, aber sich eben auch trifft, um sich mit dieser Thematik zu befassen, das ist eben unser Tatvorwurf und innerhalb dieser Gruppierung werden die Teilnehmer dieses Unterrichts motiviert, nach Syrien auszureisen.“

Zum Auftakt des Prozesses äußerten sich die beiden Angeklagten zunächst nicht. Der Verteidiger des Angeklagten Ismet D., Mark Höfler, wies die Vorwürfe gegen seinen Mandanten aber zurück. Er sei zwar im Vorstand des betroffenen Moscheevereins gewesen, dieser sei aber bis heute nicht verboten. Für die Extremistenmiliz Islamischer Staat habe er, wie Millionen anderer Muslime auch, eine Sympathie empfunden. Heute sehe er dies allerdings viel differenzierter.

„Aber grundsätzlich kann ich Ihnen sagen: es gibt keine einzige Person, die gesagt hat, ja, stimmt, ich bin von Herrn – meinem Mandanten – angeworben worden oder bin wegen ihm in den Krieg gezogen, solche Dinge gibt es nicht.“

Der Prozess ist bislang auf 19 Verhandlungstage angesetzt. Das Verfahren kann sich nach Einschätzung des Gerichts aber auch länger hinziehen, falls es noch weitere Beweismittel geben sollte, die bis jetzt noch nicht bekannt sind. Im Falle einer Verurteilung droht den beiden Angeklagten eine Haftstrafe in einem Rahmen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Video-Source: Reuters
Fotos: Reuters