Pariser Augenzeuge – Sie wiesen uns an, uns hinzulegen

Bei einer beispiellosen Anschlagsserie in Paris sind weit über hundert Menschen getötet worden. Allein Dutzende Tote gab es in einer Konzerthalle, in der mehrere Attentäter am Freitagabend um sich schossen. Frankreichs Präsident Francois Hollande machte die Extremistengruppe Islamischer Staat für die Anschläge verantwortlich, die sich fast zeitgleich zu diesen bekannte.

Unter Schock haben sie wohl alle gestanden, die Überlebenden der Geiselnahme, beim Verlassen der Pariser Konzerthalle Bataclan am frühen Samstagmorgen. Mehrere Bewaffnete hatten dort zuvor bei dem Auftritt einer US-Rockband systematisch Dutzende Menschen erschossen. Als die Polizei das Gebäude stürmte, zündeten sie Sprengstoffgürtel.

Ein Augenzeuge berichtete von seinen Erlebnissen.

Augenzeuge: „Wir waren an der Bar und hörten etwas, das wir für Feuerwerkskörper hielten. Als wir uns umdrehten, sahen wir zwei junge Männer, nicht älter als 25 Jahre, mit Kalaschnikows. Sie wiesen uns an, uns hinzulegen, einer gestikulierte, wir sollten runter auf den Boden. Wir alle legten uns also hin, alle im Raum. Ich war völlig von anderen Leuten bedeckt, und die Angreifer schossen weiter, nur von Zeit zu Zeit hielten sie inne.“

Dieser junge Mann erlebte eine der Detonationen nahe des Stade de France mit. Er geht davon aus, dass sein Mobiltelefon ihm das Leben rettete. Mit dem hatte er gerade telefoniert.

Augenzeuge: „Das Gespräch war zu Ende, ich überquerte die Straße, und etwas explodierte genau vor meinen Füßen. Alles ging kaputt, ich fühlte Geschosse durch die Luft fliegen. Ich wollte weg, fiel hin und konnte wieder aufstehen. In dem Moment habt Ihr mich gesehen. Das ist das Handy, das den Schlag abbekommen hat und mich so gerettet hat. Sonst wäre mein Kopf in Stücke zerrissen worden.“

Bei den offenkundig abgestimmten Angriffen auf mehrere Orte in Paris kamen in der Nacht zu Samstag mehr als hundert Menschen ums Leben.