Palliativmedizin bietet Alternativen zur Sterbehilfe

2014 eröffneten die Ärzte Sabine Ballacchino, dass sie an der Nervenlähmung ALS erkrankt sei. Seit 2010 leidet die heute 61-Jährige an Beschwerden. Bislang von ihrem Ehemann gepflegt, entschied sich Ballacchino letztendlich für das Hospiz, „um ihren Mann zu entlasten“, wie sie per Sprachcomputer mitteilt. Seit Ende Oktober wird sie im Duisburger Maltester Hospiz St. Raphael gepflegt. Ihr Ehemann Filippo ist täglich an ihrer Seite.

Filippo: („Es war ihr letzter Wunsch, dass sie in ein Hospiz will. Und da habe ich von anderen Kollegen gehört von diesem, und da habe ich diesen Wunsch erfüllt. Deswegen war ich hier, als Überraschung, habe es mir erst mal angeguckt. Ich finde es eine sehr gute Sache, das Hospiz.“)

Aktive Sterbehilfe kam für Sabine Ballachino nicht infrage. Ob diese denn verboten werden solle, beantwortet sie aber auch ebenso klar: „Jeder sollte das für sich selbst entscheiden.“ Frage: „Wäre das für Sie eine Option gewesen?“ „Nein. Es ist gut, alles so lange wie möglich mitzubekommen.“)

Die aktuelle Diskussion um die Sterbehilfe biete auch eine Gelegenheit, die Angebote von Hospizen und Palliativeinrichtungen zu erläutern, sagt die Gründerin des Duisburger Hauses, Mechthild Schulten. Auch nach anderthalb Jahren Debatte bestehe immer noch großer Informationsbedarf.

Schulten: („Also ich glaube, dass es natürlich damit zu tun hat, dass der Mensch Angst vor dem Sterben und vor dem Tod hat. Und dass es auch damit zu tun hat, dass die Menschen das Thema verdrängen und man denkt, man drückt einen Knopf oder man betätigt einen Hebel, die Angst genommen ist und dass das Thema auch für ihn genommen ist. Aber das ist für mich ein Trugschluss.“)

Laut Schulten leben die Menschen im Hospiz autonom, können entscheiden, was sie essen, wie lange sie schlafen und bis zu einem gewissen Grad auch, wie ihre Schmerztherapie aussieht. Einen ärztlich assistierten Suizid lehnt die Hospizleiterin entschieden ab. Der Gesellschaft müsse man klar machen, dass der Arzt ein Unterstützer im Leben sei.

Schulten: („Und dass er mich auch begleitet und seine medizinische Kompetenz entfaltet, wenn ich unheilbar erkrankt bin, wenn ich in eine Sterbephase komme. Und dort alle seine Möglichkeiten der Schmerztherapie, der palliativen einsetzt, aber dass der Arzt nicht derjenige ist, der mich aktiv ins Jenseits befördert. Das kann unsere Gesellschaft nicht erlauben dürfen.“)

In Hospizen werden Menschen aufgenommen, die an einer schweren, unheilbaren Krankheit leiden. Laut eigenen Angaben wollen Einrichtungen wie St. Raphael den Patienten und ihren Angehörigen in der letzten Lebensphase Zuwendung und Unterstützung bieten.

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