Oscar-Akademie schließt Harvey Weinstein aus

Nach den Vorwürfen der Vergewaltigung und sexuellen Belästigung hat das Gremium dem Hollywood-Produzenten die Mitgliedschaft aufgekündigt.

Harvey Weinstein muss die Oscar-Akademie verlassen. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat in einer Sondersitzung am Samstag beschlossen, den Star-Produzenten wegen der zahlreichen Vorwürfe der sexuellen Belästigung auszuschließen.

Dies geschehe nicht nur, um sich von jemandem zu distanzieren, der den Respekt seiner Kollegen nicht verdiene, hieß es in einem Statement der Akademie. Es sei auch ein Botschaft an alle, dass die Ära des absichtlichen Wegsehens und der beschämenden Mitwisserschaft bei sexuell aggressivem Verhalten und Belästigung am Arbeitsplatz in unserer Branche endlich vorbei ist.

Laut Akademie wurde die für den Beschluss nötige Zwei-Drittel-Mehrheit deutlich übertroffen. Eine Reaktion von Weinstein gab es zunächst nicht.

Zahlreiche Frauen werfen dem Hollywood-Mogul vor, sie vergewaltigt oder sexuell belästigt zu haben. Die Fälle reichen bis in die 80er Jahre zurück. Weinstein selbst hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe mitteilen lassen, er habe nie Sex mit jemandem gehabt, der nicht einvernehmlich gewesen sei.

Es ist nicht der erste Rausschmiss für Weinstein. Sein eigenes Studio feuerte den 65-Jährigen nach ersten Berichten über den Skandal. Letzte Woche setzte die Britischen Filmakademie Weinsteins Mitgliedschaft aus. Frankreich hat ein Verfahren eingeleitet, Weinstein den Orden der Ehrenlegion abzuerkennen.