Nun doch Strafverfahren wegen Loveparade-Katastrophe von 2010

Die Bilder von damals haben sich vielen Menschen eingeprägt: Duisburg im Hochsommer 2010. Bei der Love-Parade am 24. Juli sterben 21 Menschen in einer Massenpanik. Diese war ausgebrochen, als sich eine große Menge Menschen durch eine Unterführung drängen wollte.

Fast sieben Jahre nach der Duisburger Love-Parade-Katastrophe werden die mutmaßlich Verantwortlichen doch noch in einem Strafverfahren angeklagt. Der 2. Strafsenat des Oberlandesgerichtes Düsseldorf hat eine Entscheidung des Landgerichts Duisburg revidiert, wie Gerichtspräsidentin Anna-José Paulsen am Montag in Düsseldorf sagte:

„Der 2. Strafsenat des Oberlandesgerichts hat heute den Beschluss bekanntgegeben, die Anklage der Staatsanwaltschaft in Duisburg im Love-Parade-Strafverfahren zuzulassen und die Durchführung der Hauptverhandlung vor der 6. Großen Strafkammer des Landgerichts Duisburg angeordnet. Die Hauptverhandlung ist somit vor einer anderen Kammer des Landgerichts Duisburg durchzuführen. Der Senat hält eine Verurteilung der Angeklagten für hinreichend wahrscheinlich.“

Aufgrund einer gegenteiligen Einschätzung hatte die 5. Große Strafkammer des Landgerichts Duisburg im März 2016 die Zulassung der Anklage abgelehnt. Dass die den Angeklagten vorgeworfenen Sorgfaltspflicht-Verletzungen ursächlich für die Todes- und Verletzungsfolgen waren, dränge sich nach dem Ermittlungsergebnis auf, sagte nun aber Paulsen. Verhandelt werden sollte damals unter anderem gegen den Duisburger Stadtentwicklungsdezernenten, gegen Mitarbeiter des städtischen Bauamts und gegen Verantwortliche des Veranstalters Lopavent wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung.