Nordkorea feuert Rakete ab, die über Japan hinweg fliegt

Der Nordkorea-Konflikt spitzt sich wieder zu. Das international weitgehend isolierte Land feuerte am Dienstagmorgen eine Mittelstreckenrakete ab, die über Japan hinweg flog. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe nannte die ballistischen Rakete die größte Bedrohung, der die Nation jemals ausgesetzt war.

SHINZO ABE, JAPANISCHER MINISTERPRÄSIDENT: „Es handelt sich um eine ungeheure Bedrohung des Friedens und der Stabilität in der Region. Daher protestieren wir aufs Schärfste gegen Nordkorea. Ich beantrage eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates. Wir arbeiten mit der internationalen Gemeinschaft zusammen und fordern gleichzeitig scharfe Maßnamen gegen Nordkorea bei den vereinten Nationen.“

Neben Japan verurteilten auch Südkorea und Australien den Raketenstart. Die USA sprachen von einer Provokation.

Wie die Regierung mitteilte stürzte die Rakete etwa 1200 Kilometer östlich der Insel Hokkaido ins Meer. Das japanische Militär versuchte offenbar nicht, die Rakete abzuschießen.

Nordkoreanischen Angaben zufolge handelte es sich um eine Rakete, die einen Kommunikationssatelliten transportierte.

Nordkorea hatte zuletzt am Samstag mehrere Kurzstreckenraketen abgefeuert. Ende Juli hatte das Land eine Interkontinentalrakete getestet, die Experten zufolge auch die USA hätte erreichen können.

Das kommunistische Land verstößt mit seinem Vorgehen gegen Resolutionen der Vereinten Nationen. US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea im Fall weiterer Provokationen mit „Feuer und Zorn“ gedroht, wie es die Welt noch nie erlebt habe.