Niederlage für Petry – AfD-Parteitag will Zukunftsantrag nicht

Mit dem Antrag wollte Petry die AfD auf einen von ihr als realpolitisch bezeichneten Kurs festlegen.

AfD-Chefin Frauke Petry hat sich im innerparteilichen Machtkampf zu Konzessionen bereiterklärt. Sie sagte am Samstag zu Beginn des Parteitags in Köln, sie sei mit Änderungen an ihrem sogenannten Zukunftsantrag einverstanden. Darin fordert Petry eine Grundsatzentscheidung über die Ausrichtung ihrer Partei. Die Parteivorsitzende erlitt allerdings eine Schlappe, den die Delegierten lehnten eine Befassung mit dem Antrag ab.

Petry hatte in ihrem Grußwort zu Anfang des Parteitages für ihre „realpolitischen“ Kurs geworben:

„Wenn ich als Vorsitzende aber von einem überzeugt bin, dann davon, dass wir dem Wähler vor den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein, NRW und vor allem vor den Bundestagswahlen aufzeigen müssen, ob und wie wir die AfD in den Jahren bis 2021 als eine realistische Machtoption für die Wähler aufbauen.“

Petry räumte in ihrer Rede auch ein, es sei ein Fehler gewesen, ihren Widersacher und Parteivize Alexander Gauland namentlich in dem Antrag anzugreifen. Sie sei bereit, zusammen mit Gauland ihren Antrag umzuformulieren.

Parteivize Gauland forderte Einigkeit von seinen Parteikollegen:

„Aus beiden Lagern, wenn Sie das so nennen wollen. Mir ist das unsympathisch das Wort, aber aus beiden Gruppen müssen die Menschen für die Partei zusammenarbeiten. das sind alles persönliche Befindlichkeiten zum Teil. Die halte ich für falsch.“

Begleitet wird der Parteitag von massiven Protesten. Die Grundstimmung sei angeheizt und teils aggressiv, sagte eine Sprecherin der Kölner Polizei. An mehreren Stellen rund um den Veranstaltungsort habe es Versuche gegeben, durch die Absperrungen zu gelangen. Die Polizei rechnet insgesamt mit bis zu 50.000 Demonstranten.