Nach Attentat: Ausschreitungen in der Türkei

Nach dem Attentat auf den kurdischen Menschenrechtsanwalt Tahir Elci gingen in der Türkei tausende Menschen auf die Straße.

Nach dem Anschlag auf den kurdischen Anwalt Tahir Elci sind in Istanbul tausende Menschen auf die Straße gegangen. Dabei kam es zu heftigen Krawallen. Die Polizei nutze Wasserwerfer und Tränengas, um die Menge zu zerstreuen. Auch in der mehrheitlich von Kurden bewohnten Stadt Diyarbakir kam es zu Ausschreitungen. Die Polizei verhängte eine Ausgangssperre.

Tahir Elci hatte am Samstag eine Erklärung vor Journalisten abgegeben, als plötzlich Schüsse fielen. Inzwischen hat die türkische Polizei weitere Aufnahmen veröffentlicht. Es zeigt, wie mehrere Polizisten auf ein Taxi zu rennen. Dann wird aus dem Wagen gefeuert und zwei Männer rennen davon.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte, es sei noch unklar, ob Elci durch einen gezielten Schuss starb, oder von einem Querschläger getroffen wurde. Wenn es sich um einen Anschlag handle, werde er aufgeklärt werden, so Davutoglu.

Tahir Elci hatte den Unmut der Behörden auf sich gezogen, weil er im Fernsehen erklärte, die kurdische Arbeiterpartei PKK sei keine Terrorgruppe. Deshalb drohte ihm ein Prozess wegen des Vorwurfs der Propaganda für eine terroristische Organisation.