München: Polizistin nach Kopfschuss an S-Bahnhof in Lebensgefahr

Nach einem Schusswechsel in Unterföhring bei München will die Polizei mehr als 200 Zeugen befragen.

Auch Stunden nachdem am Dienstagmorgen an der S-Bahnstation Unterföhring nahe München eine 26-jährige Polizeibeamtin durch einen Schuss lebensgefährlich verletzt worden ist, waren viele Fragen noch offen. Die Ermittlungen laufen, unter anderem müssen nach Angaben der Polizei mehr als 200 Zeugen befragt werden. So viel ist aber wohl klar: Die Polizei wurde gerufen, weil es in der S-Bahn zu einer Körperverletzung unter Fahrgästen gekommen sein soll. Als die Polizei eintraf, sei der Streit dann eskaliert. Der Münchener Polizeipräsident Hubertus Andrä:

„Bei dieser Auseinandersetzung gelingt es dem Täter, sich der Waffe des Kollegen zu bemächtigen. Und in der Folge dann kommt es dann zur Schießerei. Wobei der Täter die erlangte Waffe leerschießt und sie dann letztendlich auf dem Bahngleis zurücklässt.“

Die Polizistin wurde von einer Kugel im Kopf getroffen, sie wurde noch am Dienstag operiert. Verletzt wurden auch zwei Männer, die bei dem Vorfall angeschossen wurden. Der 37-Jährige mutmaßliche Täter wurde nach kurzer Flucht festgenommen. Er ist nach Angaben der Polizei deutscher Staatsbürger und in Bayern geboren. Im Jahr 2014 war er wegen des Besitzes geringer Mengen Cannabis verhaftet und wieder freigelassen worden. Bei der Münchener Polizei herrsche angesichts der Tat vom Dienstag große Betroffenheit, sagt Andrä:

„Obwohl wir natürlich die Gefährlichkeit unseres Berufes kennen, macht uns diese sinnlose Tat sprachlos und betroffen. Aus einem Routineeinsatz, den wir viele Hundert Mal im Jahr durchführen, ist plötzlich ein brutales Gewaltverbrechen geworden.“

Die Staatsanwaltschaft will gegen den mutmaßlichen Täter wegen versuchten Mordes ermitteln. Eine entscheidende Frage für die Ermittler sei, wie er an die Waffe gelangen konnte. Auch das Verhalten der Polizisten wird Teil der Ermittlungen sein.