Müller: Wer an Air Berlin interessiert ist, darf die Arbeitnehmer nicht vergessen

Die Diskussion um die Zukunft der insolventen Fluglinie Air Berlin zieht weiter ihre Kreise. Nun hat sich Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller von der SPD eingeschaltet. Nach einem Gespräch mit Arbeitnehmervertretern und der Berliner Senatorin für Wirtschaft sprach er sich für den Erhalt von Arbeitsplätzen aus. Wer an der Airline oder an Teilen des Unternehmens interessiert sei, dürfe die 3000 Beschäftigten allein am Standort Berlin nicht vergessen.

„Wer es ist, ob Easyjet oder Lufthansa, oder ein dritter oder vierter, der vielleicht auch noch dazu kommt, allen muss bewusst sein, die Arbeitnehmer spielen eine entscheidende Rolle. Sie spielen auch an diesem Standort für uns eine entscheidende Rolle. Wir wollen möglichst viele Arbeitsplätze in Berlin erhalten, und zwar auch am Boden möglichst viele Arbeitsplätze in Berlin erhalten, und ich sage noch, zusätzlich zu guten Bedingungen. Es gibt ja auch die einen oder anderen, die sage, naja, Job ist Job. Nee – Job ist nicht gleich Job, sondern es kommt auch darauf an, wie ist die tarifliche Situation, wie werden alte Ansprüche berücksichtigt, wie geht man mit Arbeitnehmern um, die vielleicht nicht irgendwo anders sofort eine Perspektive haben, alles das spielt mit eine Rolle“, so Müller.

Berlin habe grundsätzlich ein Interesse daran, dass es den „Botschafter Berlin“ auch weiterhin gebe, so Müller.

Die Arbeitnehmer von Air Berlin befürchten nach der Insolvenz der Fluggesellschaft vor allem Nachteile für Beschäftigte außerhalb des Flugbetriebs. Wolfgang Fleischer ist Stellvertretender Betriebsratschef der Air Berlin Technik.

„Für uns als Arbeitnehmervertreter geht es eigentlich erst einmal um bodenständige Sachen, dass die Mitarbeiter eine Perspektive kriegen, mit welchem Bieter das Verfahren dann auch immer weiterläuft. Und ich kann es nur sagen aus der Perspektive der Technik, ohne Technik geht erst einmal gar nichts, das sollte man sich erst einmal gut hinter die Ohren schreiben. Und dann werden wir sehen, inwieweit die nächsten Wochen hier, gerade für die Kollegen in der Verwaltung und am Boden, Ergebnisse bringen“, so Fleischer.

Air Berlin sammelt noch bis Mitte September Offerten für eine teilweise oder ganze Übernahme. Die Airline wolle den Investorenprozess zügig abschließen, erklärte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage von Reuters. „Kaufinteressenten haben bis zum 15. September 2017 Gelegenheit, ihre Angebote abzugeben“, ergänzte er. Deutschlands größte Fluggesellschaft Lufthansa hat bereits öffentlich ihr Interesse bekundet, große Teile von Air Berlin zu übernehmen.