Merkel-Effekt schlägt Schulz-Effekt

Die Auftritte der Kanzlerin hätten entscheidend zum Wahlsieg beigetragen, sagte der CDU-Spitzenkandidat in Schleswig-Holstein Daniel Günther.

Tosender Beifall, Umarmungen und Blumen für den CDU-Spitzenkandidaten in Schleswig-Holstein Daniel Günther am Montag in Berlin. Der Wahlsieg der CDU bei den Landtagswahlen am Sonntag lässt in der Partei die Hoffnungen wachsen, dass der sogenannte Schulz-Effekt keine große Gefahr darstellt.

In Schleswig-Holstein hatten Günther und seine Mitstreiter 32 Prozent der Stimmen geholt. Und lagen damit fast fünf Prozent vor der SPD mit Ministerpräsident Torsten Albig.

Der Spitzenkandidat der CDU in Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, will den Rückenwind aus Schleswig-Holstein mitnehmen. Vor dem Schulz-Effekt hat er keine Angst:

„Und das Saarland war der erste Test, wo er nicht gewirkt hat. In Schleswig-Holstein hat er auch nicht gewirkt, und insofern habe ich die große Hoffnung, dass am nächsten Sonntag über Landespolitik entschieden wird und nicht über Effekte.“

Bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Merkel sprach Günther gar von einem Merkel-Effekt. Die Auftritte der Kanzlerin hätten entscheidend zum Wahlsieg beigetragen. Das wollte Merkel, allerdings so nicht stehen lassen:

„Im übrigen kann ich jetzt nur noch einmal sagen, eine Landtagswahl ist eine Landtagswahl. Und wenn der Bund da unterstützen kann, dann tun wir das gerne. Aber der Sieg gilt erst mal Daniel Günther und seiner schleswig-holsteinischen CDU.“

Merkel und Günther sehen nach dem Wahlergebnis einen klaren Regierungsauftrag für die CDU.

Günther will nun die anderen Parteien in Schleswig-Holstein zu Sondierungsgesprächen einladen. Gespräche mit der SPD über eine große Koalition bezeichnete er als nicht vernünftig.