Massive Proteste in Brasilien

Anlass sind geplante Reformen im Arbeits- und Rentenrecht.

Zusammenstöße bei Protesten gegen die Regierungspolitik in Brasilien: In den beiden großen Städten Rio de Janeiro und Sao Paolo und vielerorts anderswo im Lande kam es in der Nacht zum Samstag zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften.

Die Proteste richten sich gegen den umstrittenen konservativen Präsidenten Michel Temer. Erklärter Anlass für die erneuten Demonstrationen gegen Temer sind dessen Bemühungen, Veränderungen im Arbeitsrecht und im Rentenrecht zugunsten der Unternehmerseite durchzusetzen.

Demonstranten sagten dazu:

O-Ton: „Brasiliens Institutionen haben versagt. Das Oberste Gericht ist korrupt. Das Parlament ist korrupt, die Regierung auch. Nur die Stärke des Volkes kann die Lage zum Guten verändern.“

O-Ton: „Ich verkaufe immer weniger Popcorn. Seit Temer die Macht übernahm, wird es immer schlimmer.“

O-Ton: „Wir sind hier, um der Welt und der Gesellschaft zu zeigen, dass die Mehrheit der Beschäftigten diese Reform nicht akzeptiert, den Rückschritt nicht hinnehmen möchte.“

Die Polizei setzte Tränengas ein, Demonstranten antworteten mit Feuerwerks-Geschossen. Präsident Temer war vor einigen Tagen offiziell wegen Korruption angeklagt worden.