Massaker in Florida: Hinweise auf islamistisches Motiv

Die Anteilnahme mit den Opfern und ihren Angehörigen ist nach der Bluttat von Orlando in ganz Amerika groß.

Vor dem Weißen Haus in Washington versammelten sich die Sänger eines Schwulenchores zu einer spontanen Trauerfeier. Neben den Trauerbekundungen waren auch politische Forderungen zu lesen.

Stoppt die Waffengewalt und die Homophobie war zu lesen.

Unterdessen werden immer mehr Einzelheiten über den Mann bekannt, der am Sonntagmorgen in einem bei Homosexuellen beliebten Nachtclub in Florida mit einem Sturmgewehr um sich geschossen und dabei mindestens 50 Menschen getötet hatte.

Der 29-jährige US-Bürger afghanischer Abstammung soll vor seiner Tat den Polizeinotruf angerufen und erklärt haben, dem IS die Treue geschworen zu haben. Die Ermittler gingen allerdings nicht davon aus, dass der Todesschütze in direktem Kontakt zur Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) stand.

Als Motiv für die Tat wurde auch über Schwulenhass spekuliert. Der Vater des Täters sagte in einem Interview des Senders NBC, sein Sohn habe sich zuletzt über einen Zwischenfall aufgeregt, als sich zwei Homosexuelle vor den Augen seiner Familie geküsst hätten.

Der Täter besuchte regelmäßig eine Moschee in Florida. Der dortige Iman Syed Rhaman zeigte sich geschockt:

„Das hat nichts mit unserer Moschee zu tun. Das ist die Tat eines Einzelnen, wir wissen nicht, was ihn dazu getrieben hat. Nur Gott weiß, was ihn dazu getrieben hat.“

Der Täter war von einem Polizisten erschossen worden. Der IS bekannte sich zu der Tat. US-Geheimdienste wollten einen möglichen Zusammenhang zum Extremistennetzwerk prüfen.

Es war das schwerste Schusswaffenmassaker in der Geschichte der USA. Unmittelbar danach wurden erneut Stimmen laut, die Waffengesetze zu verschärfen.

Video-Source: Reuters
Fotos: Reuters