Mali im Ausnahmezustand nach Angriff auf Hotel

Die Angreifer hatten das Gebäude stundenlang besetzt. Zeitweise hielten sie 170 Menschen als Geiseln, darunter zahlreiche Ausländer. Zwei Al-Kaida-nahe Islamisten-Gruppen bekannten sich zu der Tat.

Nach dem Überfall auf ein Luxushotel in Mali hat der Präsident der ehemaligen französischen Kolonie den landesweiten Ausnahmezustand verhängt.

Dieser werde zehn Tage lang gelten, sagte Keita am Freitagabend im staatlichen Fernsehen. Zudem ordnete er drei Tage Staatstrauer an.

Insgesamt seien bei dem Angriff auf das bei Ausländern beliebte Hotel in der Hauptstadt Bamako 21 Menschen getötet worden,

darunter zwei der islamistischen Täter. Sieben Menschen seien verletzt worden.

Die Angreifer hatten das Gebäude stundenlang besetzt. Zeitweise hielten sie 170 Menschen als Geiseln, darunter zahlreiche Ausländer.

Schließlich stürmten Spezialeinsatzkräfte das Hotel.

Zu der Tat genau eine Woche nach den Anschlägen von Paris bekannten sich zwei Al-Kaida-nahe Islamisten-Gruppen.

Präsident Obama sagte am Samstag am Rande eines Besuchs in Malaysia,

der Angriff werde die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten nur noch entschlossener gegen Extremisten vorgehen lassen.

Der malische Minister für Innere Sicherheit, sagte, die Angreifer seien am Morgen in die Lobby gestürmt, hätten um sich geschossen und „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) gerufen. Danach hätten sie das Hotel Zimmer für Zimmer durchkämmt.

Offenbar gelang jedoch etlichen Geiseln die Flucht, so auch nach Angaben von Bundesaußenminister Steinmeier vier Deutschen.

Dem malischen Rundfunk zufolge ließen die Angreifer einige Geiseln frei, weil sie Verse aus dem Koran zitieren konnten.

Am Freitagnachmittag stürmten dann Einsatzkräfte das Hotel. Bei der anschließenden Durchsuchung des Gebäudes waren auch UN-Blauhelm-Soldaten beteiligt.