London: Polizei bringt May vor wütenden Demonstranten in Sicherheit

Die Wut nach dem verheerenden Hochhausbrand in London ist groß – und sie richtet sich auch gegen Theresa May. Die britische Premierministerin wurde nach einem Besuch in der Nachbarschaft der Brandruine beschimpft. Zornige Menschen umringten das Auto der Politikerin, die Polizei musste May in Sicherheit bringen. Es kam zu Rangeleien. May hatte sich mit Opfern des Brandes und Anwohnern getroffen und fünf Millionen Pfund an Hilfen angekündigt.

Hunderte Demonstranten zogen am Freitag durch London und forderten Gerechtigkeit für die Opfer. May und ihre Regierung müssten zurücktreten, riefen sie.

Die Premierministerin steht wegen ihrer Reaktion auf den Großbrand mit mindestens 30 Toten unter Druck. Auch Mitglieder ihrer eigenen Konservativen Partei werfen ihr vor, sich unter anderem zu spät mit den Opfern getroffen zu haben. Die Wut auf die britische Regierung wächst.

„Viele von uns beklagen schon seit Jahren, dass der soziale Wochnungsbau zurückgefahren wird. Es wird nicht investiert, letztendlich wollen sie ihn nur aushebeln und Menschen aus der Arbeiterklasse aus dem Zentrum von London vertreiben.“

„Es scheint ziemlich offensichtlich, dass es zum Teil daran liegt, dass überall gespart wird. Alles wird billig gemacht und dann werden Verkleidungen an der Wand angebracht, die nicht ordentlich geprüft wurden, ob sie feuerfest sind. Ich glaube, wir sollten die ganze Zeit protestieren.“

Aber es gab auch stille Momente der Trauer am Freitag. Die Sorge ist groß, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen könnte. Zahlreiche Menschen werden noch vermisst. Das Feuer hatte sich in der Nacht zum Mittwoch in Windeseile ausgebreitet und den 24-stöckigen Grenfell Tower im Stadtteil North Kensington komplett zerstört. In dem Sozialblock lebten bis zu 600 Menschen.