Landgericht Freiburg: Prozess um Mord an Freiburger Studentin hat begonnen

Am Landgericht Freiburg hat am Dienstag der Prozess gegen einen jungen Afghanen begonnen. Dem Angeklagten Hussein K. wird vorgeworfen, eine 19-jährige Studentin vergewaltigt und ermordet zu haben. Der Flüchtling war im Dezember 2016 festgenommen worden. Er war nach Polizeiangaben bei einer Familie in Freiburg untergebracht.

Wie alt der Angeklagte zur Zeit der Tat war, ist unklar. Das Gericht geht davon aus, dass er mindestens 19 Jahre alt war. In dem Prozess wird er deshalb als Heranwachsender behandelt.

Medienberichten zufolge liegen DNA-Spuren vom Tatort und Videoaufzeichnungen vor, die den Angeklagten schwer belasten. Die Studentin soll dem Angeklagten in der Nacht zum 16. Oktober 2016 auf dem Nachhauseweg zum Opfer gefallen sein. Hussein K. soll sie vom Rad gerissen, misshandelt und vergewaltigt haben. Anschließend soll er die bewusstlose Frau im Fluss Dreisam abgelegt haben.

Vor seiner Zeit in Deutschland soll er auch in Griechenland gelebt haben. Dort wurde er nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maizière wegen versuchten Mordes zu einer Haftstrafe von zehn Jahren verurteilt. Im Oktober 2015 sei er mit der Auflage aus der Haft entlassen worden, sich regelmäßig bei den Behörden zu melden.

Im Prozess gab der Angeklagte zu, in einem wichtigen Punkt gelogen zu haben. Bei seiner Ankunft in Deutschland sei er bereits 18 und nicht – wie damals von ihm behauptet- 16 gewesen.

Davon habe er sich eine bessere Behandlung versprochen. In Deutschland habe er große Mengen Drogen konsumiert.

Für den Prozess sind zunächst 16 Verhandlungstage anberaumt. Das Urteil könnte frühestens im Dezember fallen.