Landgericht Berlin: Prozess wegen Anzünden eines Obdachlosen beginnt

Vor dem Landgericht Berlin hat am Dienstag der Prozess gegen sieben junge Männer begonnen, die auf dem Berliner U-Bahnhof Schönleinstraße einen Obdachlosen angezündet haben sollen. Einem Erwachsenen, einem Heranwachsenden und vier Jugendlichen wird versuchter Mord und unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Einer siebten Person wird unterlassene Hilfeleistung zur Last gelegt, wie Gerichtssprecherin Lisa Jani sagte:

O-Ton: „Der mutmaßliche Haupttäter, der hier erwachsene Angeklagte, soll ein Taschentuch angezündet und dieses direkt neben dem Kopf des Obdachlosen platziert haben. Der Rucksack des Obdachlosen, den dieser als Kopfkissen benutzt haben soll, soll Feuer gefangen haben. Und die Flammen sind laut Anklage erst von Fahrgästen einer einfahrenden U-Bahn gelöscht worden. Die Täter sollen sich direkt vom Tatort entfernt haben. Also ohne noch einzugreifen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagten hier billigend in Kauf genommen haben, dass der Obdachlose durch die Flammen zu Tode kommt.“

Die Tat geschah in der Nacht zum ersten Weihnachtstag 2016. Der Obdachlose blieb Medienangaben zufolge zumindest körperlich fast unverletzt.

Insgesamt sind für den Prozess acht Verhandlungstage angesetzt. Die Angeklagten sind zwischen 16 und 21 Jahre alt. Der Hauptangeklagte ist erwachsen. Sollte er wegen versuchten Mordes verurteilt werden, so hätte er mit einer Freiheitsstrafe von drei Jahren bis lebenslang zu rechnen.