Kunden-Anwälte im VW-Abgasskandal fordern mehr Unterstützung der Politik

Die „Anwaltskooperation VW-Verhandlungen“ hat eine Plattform für Whistleblower eingerichtet.

Die „Anwaltskooperation VW-Verhandlungen“ hat am Montag über den Stand ihrer Klagen gegen den Autohersteller im sogenannten „Diesel-Skandal“ informiert.

Der ehemalige Bundesminister und Rechtsanwalt Gerhart Baum forderte mehr Unterstützung von der Politik: „Was uns besonders stört, dass die deutsche Politik bisher vollkommen versagt hat. Sie wissen, es gibt keine Musterklage, die liegt fertig im Justizministerium, ist nicht irgendwie zur Ressortabstimmung gebracht worden, aus Rücksicht auf die deutsche Automobilindustrie und ihre Zulieferer und man fragt sich immer wieder, hat Deutschland eigentlich ein Verbraucherschutzministerium.“

Die Anwaltskooperation hat inzwischen eine Anlaufstelle für Whistleblower eingerichtet, sagte Anwalt Julius Reiter: „Es gibt die Möglichkeit dort anonym oder pseudonymisiert brisante Unterlagen IT-sicher hochzuladen. Es gibt die Möglichkeit per Post die Informationen zu versenden und ein persönliches Gespräch mit Herrn Baum zu führen.“

Nach Betrugsvorwürfen der US-Umweltbehörde EPA hatte Volkswagen im September 2015 Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Diesel-Abgaswerten eingeräumt. Seitdem laufen weltweit verschiedenste Verfahren gegen dem Autohersteller.