Krebskranker McCain richtet emotionalen Appell an Senat

Es war ein bewegender Auftritt von John McCain am Dienstag. Der US-Senator, bei dem kürzlich ein bösartiger Hirntumor festgestellt worden war, wurde mit stehenden Ovationen im Senat empfangen. In einer emotionalen Ansprache appellierte der 80-jährige Republikaner an seine Kollegen, parteiübergreifend besser zusammenzuarbeiten, auch mit Blick auf die umstrittene Gesundheitsreform.

„Hört nicht auf die Großmäuler im Radio, Fernsehen und im Internet, zur Hölle mit ihnen. Sie wollen nichts für das Gemeinwohl tun. Unsere Unfähigkeit ist ihre Existenzgrundlage. Lasst uns einander vertrauen.“

„Wir bekommen nichts geregelt, meine Freunde.“

Er habe dafür gestimmt, eine Debatte über die Gesundheitsreform zu eröffnen, sagte McCain. Für den derzeit vorliegenden Gesetzentwurf werde er aber nicht stimmen. Der Antrag, über die Ablösung des Programms Obamacare zu beraten, wurde am Dienstag mit 51 zu 50 Stimmen knapp angenommen. Im Kampf gegen Obamacare haben die Republikaner im Senat damit eine erste Hürde genommen. Ob letztlich genügend Stimmen zusammenkommen, um wichtige Teile des Krankenversicherungsprojektes rückabzuwickeln, ist unklar. Ein erster Antrag, der tiefe Einschnitte in das Versicherungsprogramm Medicaid vorsah, scheiterte am Dienstag. Im Lauf der Woche sind weitere Abstimmungen geplant.