Korea-Konflikt: Machtdemonstrationen am Jahrestag von Nordkoreas Armee

Nordkorea verzichtet nach Angaben des südkoreanischen Militärs zwar auf einen befürchteten Atom- oder Raketentest. Allerdings habe das Land den 85. Jahrestag der Gründung seiner Volksarmee mit einer Artillerie-Übung in der Region Wonsan an der Ostküste begangen.

In den USA und Südkorea war spekuliert worden, dass Nordkorea als Teil der Feiern einen Atom- oder Raketentest vornehmen könnte. Dies hatte angesichts der zunehmenden Spannungen auf der Halbinsel für Unruhe an den Märkten gesorgt. Der Nachrichtensprecher des Nordkoreanischen Staatsfernsehens verkündete am Dienstag eine Botschaft der Regierung:

„Jetzt, wo die Vereinigten Staaten von Amerika ihr Schwert gezogen haben, um uns zu töten, werden auch wir unser großes Schwert der Gerechtigkeit ziehen und bis zum Ende kämpfen. Wir werden die US-Imperialisten mit unserer Stärke und unserer revolutionären Kraft töten. Unsere nuklearen Kräfte stehen bereit.“

Die südkoreanische Marine hielt ihrerseits mit Beteiligung von US-Zerstörern ein Manöver vor der Westküste der Halbinsel ab. Zudem lief das US-Atom-U-Boot „Michigan“ im südkoreanischen Hafen Busan ein. Der Kampfverband um den US-Flugzeugträger „Carl Vinson“ hielt nach amerikanischer Darstellung weiter Kurs auf Korea.

Parallel zum militärischen Vorgehen in der Region nahm auch der diplomatische Druck auf Nordkorea zu. Vertreter der USA, Südkoreas und Japans erklärten nach einem Treffen, China – Nordkoreas einziger größerer Verbündeter – müsse eine Schlüsselrolle spielen und könne den Norden über ein Öl-Embargo unter Druck setzen. Zudem sei diskutiert worden, wie Russland eingebunden werden könne.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe soll sich nach russischen Angaben am Donnerstag mit Präsident Wladimir Putin treffen. Details wurden nicht bekannt. Für Freitag wurde eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates zu Nordkorea angesetzt. Sie soll von US-Außenminister Rex Tillerson geleitet werden.