Jerusalem: Zusammenstöße am Tempelberg

Israelische Sicherheitskräfte haben am Freitag die Kontrollen rund um den Tempelberg in Israel verschärft aus Sorge vor gewaltsamen Angriffen. Doch genau wie an den Tagen zuvor kam es wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und der israelischen Armee. Auf die Steinwürfe reagierten die Sicherheitskräfte mit Tränengas und Wasserwerfern. Es gab zahlreiche Verletzte, einige darunter schwer. Unter anderem palästinensische Politiker hatten am Freitag zu einem „Tag des Zorns“ aufgerufen.

Solidarität mit den Palästinensern kam auch aus Jordanien. In Amman versammelten sich Tausende Menschen, um ihre Unterstützung mit dem Anliegen der Palästinenser in Israel zum Ausdruck zu bringen. Mohammad Awwad Generalsekretär des politischen Flügels der Muslimbrüderschaft am Freitag in Amman:

„Dieser Marsch soll unsere Brüder in Palästina unterstützten im Kampf um Al-Aksa. Wir vertreten hier alle Fraktionen des jordanischen Volkes und aus allen Gebieten. Und wir unterstreichen, dass wir mit unseren Brüdern in Palästina zusammenstehen, mit ihrem Leid und mit ihren Erfolgen. Und wir weisen die jordanische Führung darauf hin, dass die Reaktionen unserer Regierung darauf bisher nicht ausreichend waren.“

Der Tempelberg hat für beide Religionsgruppen: Juden wie Muslime eine große Bedeutung. Denn auf ihm standen einst die jüdischen Tempel, heute befinden sich hier die Al-Aksa Moschee und der Felsendom.

Doch seitdem drei Palästinenser israelische Polizisten angegriffen hatten, dürfen die gläubigen Muslime den Berg nur noch über Sicherheitsschleusen mit Metalldetektoren betreten. Hinzu kommt, dass einige Bereiche nur noch von Männern über 50, sowie Frauen betreten werden dürfen. Für Touristen und Nicht-Muslime gelten diese Kontrollen bereits. Doch viele Palästinenser lehnen es ab, durch die Sicherheitsschleusen zu gehen. Sie sehen es als Verletzung der Absprache in Bezug auf die Heiligen Stätten. So kommt es, dass viele Gläubige seit den Verschärfungen der Sicherheitskontrollen vor und nicht in der Al-Aksa-Moschee beten.