Japan: Tod nach Überstunden

Gericht in Tokio verurteilt japanischen Werbeagentur-Giganten Dentsu.

Ein Gericht in Tokio hat den japanischen Werbeagentur-Giganten Dentsu am Freitag zu einer Geldstrafe von 500.000 Yen, umgerechnet rund 3800 Euro, verurteilt. Die Richter in Tokio waren zum dem Urteil gekommen, dass in der Firma der legale Rahmen der Arbeitszeiten überschritten worden sei. Der Chef der Werbeagentur Dentsu, Toshihiro Yamamoto, am Freitag in Tokio:

„Ich nehme das Urteil sehr ernst, es hat mir erneut gezeigt, wie schwerwiegend die Situation ist.“

Das Thema wurde vor knapp zwei Jahren ins Rampenlicht gerückt, nachdem sich eine 24-jährigen Mitarbeiterin an Weihnachten 2015 in einem Wohnheim des Unternehmens selbst getötet hatte. Die junge Matsuri Takahashi war Absolventin einer japanischen Elite-Universität gewesen und hatte über 100 Überstunden pro Monat für Dentsu gearbeitet. Die Mutter von Matsuri Takahashi am Freitag in Tokio:

„Es gab heute einen Richterspruch über die Verletzung der Arbeitsgesetze durch die Werbeagentur Dentsu. Es ist damit erwiesen, dass es ein Verbrechen ist, wenn man seine Angestellten so viel arbeiten lässt. Die Unternehmen sind da in der Verantwortung.“

Parallel zu dem Richterspruch ist ein weiterer Fall rund um den Tod einer jungen Frau wegen Überarbeitung in Japan bekanntgeworden. Die 31-jährige Journalistin Miwa Sado hatte für den japanischen Sender NHK 159 Überstunden auf der Uhr und starb vor etwa vier Jahren an Herzversagen.