Insekten statt Hähnchen

Ein paar Grillen als Topping für einen Salat. Genau das, was viele ernährungsbewusste Menschen heutzutage suchen, sagt die Wissenschaftlerin Joanna Biesiada von der Universität für Umwelt- und Biowissenschaften im polnischen Breslau. Die Insekten seien kalorienarm und eiweißreich – ein Sechser im Lotto für Ernährungsbewusste.

„Sie haben mehr Protein als Fett. Für die Menschen ist das wichtig. Sie könnten es für Diäten verwenden, wegen des hohen Nährstoffgehalts. Neben dem hohen Proteingehalt enthalten sie auch große Mengen an Eisen, Kalium und Natrium.“

Dabei seien die Insekten einfach zu züchten. Biesiada sagt, sie ernähren sich von Essensresten. Das, was die Menschen normalerweise wegschmeißen, wandeln die Maden beispielsweise in Biomasse um. Die für die Umwelt schädlichen Treibgase wie Ammoniak, die beispielsweise bei der Rinderzucht entstehen, werden minimiert. Auf Geschmack müsse man dabei nicht verzichten, sagt Biesiada.

„Wenn wir einen nussigeren Geschmack wollen, können wir den Großen Schwarzkäfer oder den Mehlwurm nehmen. Wenn wir etwas Saures wollen, verwenden wir Ameisen, Heuschrecken oder Grillen. Sie können auch zitronig riechen.“

Und wie schmecken die Delikatessen Passanten?

„Wenn ich ehrlich bin, habe ich gedacht, sie schmecken schlimmer. Sie schmeckten gut. Ich würde gerne noch mal kosten. Ein wenig ölig, knackig im Geschmack. Passt gut zu den Nüssen und dem Salat“.

„Ich kann mir vorstellen, dass es was für junge Leute ist. Wer weiß, vielleicht gibt es die Insekten in zehn oder zwölf Jahren in Läden wie Schweinekoteletts. Für mich war es eine interessante Erfahrung, ich dachte warum nicht?“

Wenn es nach Biesiada ginge, sollten mehr Menschen die Erfahrung mit Insekten machen. Nach Angaben der Vereinten Nationen soll die Weltbevölkerung bis 2050 um mehr als 30 Prozent ansteigen. Dann könnten Maden & Co eine wichtige Stellung als Rohstofflieferanten einnehmen.