Indien: Überlebende von Säureangriffen zeigen Lebensfreude

Dass sie einmal wie Models über den Laufsteg schreiten, das hätten sich diese indischen Frauen wohl kaum erträumt.

Sie alle haben eine schwere Zeit hinter sich, denn sie sind Überlebende von Säureangriffen.

Dem Publikum präsentierten sich die jungen Frauen nicht nur auf dem Laufsteg, sie erzählten ihnen auch ihre Geschichte.

„Ich wurde im Jahr 2008 von meiner Stiefmutter mit Säure attackiert. Sie wollte mich töten, schon seitdem ich ein Kind war. Ich habe lange bei meinen Großeltern gelebt, doch musste wieder zu meiner Mutter, als ich 15 war. Nach 8 oder 9 Monaten hat sie mir dann Säure ins Gesicht geschüttet.“

Eine schreckliche Geschichte, doch Rupa und auch die anderen Frauen haben ihren Lebensmut trotzdem nicht verloren. Genau diesen Lebensmut wollen die Organisatoren des Events feiern und haben einen ganz besonderen Tag zum Anlass genommen.

„Wir haben das Event anlässlich des Internationalen Frauentags am Mittwoch organisiert, einfach um zu zeigen, mit welchem Mut und welcher Entschlossenheit diese Frauen nach ihrem Unglück den Lebensmut nicht verloren haben. Auch wenn sie mit Problemen konfrontiert wurden, egal ob in der Gesellschaft oder in Beziehungen, haben sie für sich einen Platz gefunden und sie haben uns heute ihre Leidenschaft zu leben gezeigt.“

Säureattacken sind vor allem in Indien keine Seltenheit. Rund 1000 Menschen werden jedes Jahr mit ätzenden Flüssigkeiten angegriffen, die Dunkelziffer ist wohl noch weitaus höher.

Vor allem Frauen sind häufig die Opfer der Angriffe. Verschmähte Liebe, familiäre Streitigkeiten, häusliche Gewalt – die Attacken auf die Frauen haben ganz verschiedene Gründe.

Dass sie ihren Lebensmut trotzdem nicht verloren haben und sogar offensiv mit ihrem Schicksal umgehen, das bewundern wohl nicht nur die Besucher des Events.

Video-Source: Reuters
Fotos: Reuters