Berlin-Neukölln SEK-Einsatz mit Festnahmen nach 100-Kilo-Münzen-Raub

Im Zusammenhang mit dem spektakulären Münzen-Raub hat die Berliner Polizei am Mittwochmorgen einen Großeinsatz gegen die mutmaßlichen Täter geführt. Die Beamten durchsuchen im Auftrag der Staatsanwaltschaft mehrere Wohnungen in Berlin. Laut Polizeisprecher Winfrid Wenzel sollen etwa 300 Beamte im Einsatz sein. Auch in Brandenburg gebe es laut Wenzel eine Durchsuchung.

Einsatzkräfte vor einem Wohnhaus, in dem eine Razzia im Zusammenhang mit dem Münzen-Raub im Bode-Museum stattfindet (Foto: Christian Wernicke)
Einsatzkräfte vor einem Wohnhaus im Neuköllner Mittelweg, in dem eine Razzia im Zusammenhang mit dem Münzen-Raub im Bode-Museum stattfindet (Foto: Christian Wernicke)

Verhaftungen und Festnahmen

Laut Polizei wurden Haftbefehle und Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt. Es wurden mehrere Männer verhaftet, zudem gab es zusätzliche Festnahmen im Umfeld der Tatverdächtigen. Zwei Verdächtige konnten in den Neuköllner Straßen Mittelweg und Thomasstraße gefasst werden.

Polizeibeamte führen am Mittwoch einen Mann ab. Er wurde im Zusammenhang mit dem Raub der 100-Kilo-Münze verhaftet (Foto: dpa)
Polizeibeamte führen am Mittwoch einen Mann ab. Er wurde im Zusammenhang mit dem Raub der 100-Kilo-Münze verhaftet (Foto: dpa)

Es gebe deutliche Anhaltspunkte, dass zwei der gefassten Männer identisch mit zwei Personen auf den Videoaufnahmen aus den Überwachungskameras seien, sagte ein Polizeisprecher. Außerdem wurde ein Auto sichergestellt.

SEK in Neuköllner Wohnungen eingedrungen

Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) und Beamte der Bereitschaftspolizei waren in Berlin-Neukölln in mehrere Wohnungen eingedrungen. Durchsuchungen habe es auch in anderen Bezirken gegeben, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Einsatzkräfte führen in der Silbersteinstraße einen Verdächtigen ab (Foto: Olaf Wagner)
Einsatzkräfte führen in der Silbersteinstraße einen Verdächtigen ab (Foto: Olaf Wagner)
Mit Überwachungsbildern sucht die Polizei nach den Münz-Dieben (Foto: Polizei/B.Z.-Montage)
Mit Überwachungsbildern sucht die Polizei nach den Münz-Dieben (Foto: Polizei/B.Z.-Montage)

Nach „Welt“-Informationen ginge es bei den Razzien um Verdächtige und die Sicherung von Beweismitteln. Es soll sich bei den Beschuldigten um Angehörige einer berüchtigten arabischen Großfamilie handeln.

Mit diesen Hilfsmitteln stiegen die Diebe ins Bodemuseum ein (Foto: Polizei)
Mit diesen Hilfsmitteln stiegen die Diebe ins Bodemuseum ein (Foto: Polizei)

Laut „Welt“ trugen Beamte des Landeskriminalamtes Kartons in die Wohnung im ersten Stockwerk an der Thomasstraße. Zum Verbleib der Goldmünze gebe es „noch keine entscheidenden Erkenntnisse”.

Durchsuchungen im Schmuckladen

Auch ein Juwelier in der Sonnenallee wurde am Mittwochmorgen im Zusammenhang mit dem Münzen-Raub durchsucht. Laut Polizeisprecher Wenzel besteht der Verdacht, dass der dortige Goldschmied die Münze verwertet haben könnte.

Dieser Juwelier in der Sonnenallee wurde im Zusammenhang mit dem Münzen-Raub durchsucht (Foto: Jörg Bergmann)
Dieser Juwelier in der Sonnenallee wurde im Zusammenhang mit dem Münzen-Raub durchsucht (Foto: Jörg Bergmann)

Um 14 Uhr will die Berliner Polizei auf einer Pressekonferenz Details zu der Razzia und den Ermittlungen bekannt geben.

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So lief der Diebstahl im Bode-Museum ab (Grafik: B.Z.)

Das war passiert:

Die Unbekannten waren in der Nacht zum 27. März in das Bode-Museum auf der Museumsinsel im Zentrum der Hauptstadt eingebrochen. Sie benutzten eine Leiter und stiegen durch ein Fenster ein. Im Museum stahlen sie die kanadische 100-Kilo-Goldmünze „Big Maple Leaf”, die einen geschätzten Materialwert von 3,8 Millionen Euro hat. Mit einer Schubkarre transportierten sie die Münze ab. Das Museum zeigte sich schockiert darüber, dass die Einbrecher das Sicherheitssystem des Hauses überwunden hatten.

Die Ermittler gehen von mindestens zwei Tätern aus, die das Berliner Bode-Museum und das Umfeld gut kannten (Foto: picture alliance/B.Z.-Montage)
Die Ermittler gingen von mindestens zwei Tätern aus, die das Berliner Bode-Museum und das Umfeld gut kannten (Foto: picture alliance/B.Z.-Montage)

Die Polizei hatte erst Anfang Juli ein Überwachungsvideo freigegeben, das die mutmaßlichen Räuber zeigen soll. Für Hinweise auf die Täter hatte die Staatsanwaltschaft Berlin eine Belohnung von bis zu 5.000 Euro ausgelobt.

Kurz nach der Tat hatte die Polizei Fotos von den sichergestellten Tatwerkzeugen veröffentlicht. Die Einbrecher hatten das Griffstück einer Axt, die dreiteilige Leiter, die Schubkarre mit weißem Rad, ein Brett mit Rollen zum Transport und einen Türkeil im sowie nahe dem Bode-Museum zurückgelassen.

mit dpa und AFP