Historische Eheschließung in Berlin

Seit dem 1. Oktober dürfen nun auch in Deutschland gleichgeschlechtliche Paare heiraten. Bodo Mende und Karl Kreile gehörten mit zu den Ersten.

Berlin am Sonntag, den 1. Oktober 2017: Eine historische Gesetzesänderung ist in Kraft getreten. Sie sorgt dafür, dass nun in Deutschland auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürfen. Bodo Mende und Karl Kreile gehören mit zu den Ersten, die sich an diesem Tag das „Ja-Wort“ gegeben haben. Und bereits zwei Tage vor der Hochzeit hatte das Paar zu einer Pressekonferenz eingeladen, auf der Bodo Mende unter anderem auch noch mal seine Sicht auf dieses aktuelle Thema beschrieb:

„Und in der Tat, wir haben die staatliche Gleichstellung endlich erreicht. Aber die gesellschaftliche Gleichstellung, die gesellschaftliche komplette Akzeptanz, die ist noch nicht vorhanden. Sie ist zwar sehr stark angewachsen, aber ohne dass wir sechzig, siebzig Prozent der Bevölkerung dahinter hätten, hinter der Einführung der Ehe, wäre das gar nicht durchgegangen. Das war ja unser fünfundzwanzigjähriger harter Kampf, das wirklich durchzufechten, und das ist uns gelungen.“

„Endlich“ will man gerne hinzufügen. Denn bereits vor fünfundzwanzig Jahren nahmen Bodo Mende und Karl Kreile an einer Aktion teil, um Aufmerksamkeit für die Diskriminierung von homosexuellen Paaren zu erlangen. Gemeinsam mit anderen Paaren beantragten sie bei mehreren Standesämtern die Eheschließung. Doch die entsprechend notwendige Gesetzesänderung wurde erst Ende Juli 2017 im Bundestag beschlossen. Sie ermöglicht es nun unter anderem, dass auch homosexuelle Paare gemeinsam Kinder adoptieren können.