Hamburg: Messerstecher war Islamist

Nach der Messerattacke in einem Hamburger Supermarkt hat die Polizei am Samstagmittag eine Pressekonferenz gegeben, auf der der Öffentlichkeit der aktuelle Ermittlungsstand präsentiert wurde. Am Freitagnachmittag hatte ein 26-jähriger Mann mit einem Küchenmesser bewaffnet in einem Supermarkt in Hamburg-Barmbek wahllos auf Menschen eingestochen. Eine Person ist dabei ums Leben gekommen und mehrere weitere wurden verletzt. Der Täter ist dann von Passanten aufgehalten worden und die Polizei hat ihn schließlich überwältigt. Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) am Samstag in der Hansestadt:

„Es ist ein willkürlicher, barbarischer Messerangriff gewesen, der die Menschen aus dem Nichts getroffen hat. Nichts hätte sie warnen können in einer Alltagssituation, beim Einkaufen für’s Wochenende. Es hätte jeden von uns genauso treffen können.“

Der Angreifer ist im Besitz einer Geburtsurkunde aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Er war als Flüchtling 2015 nach Deutschland gekommen und wohnte in einer Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Langenhorn. Bei einer Durchsuchung seien dort jedoch keine Waffen oder ähnliches gefunden worden.

Torsten Voß Leiter vom Verfassungsschutz Hamburg auf der Pressekonferenz am Samstag:

„Der Beschuldigte ist, wie der Senator bereits geschildert hat, einer von 800 gespeicherten Islamisten bei uns in Hamburg. Er ist kein Dschihadist, nach unseren Erkenntnissen. Und er ist als sogenannter „Verdachtsfall“ gespeichert worden. Aufgrund folgender Erkenntnisse, die auch zeitlich noch sehr jung sind. Ein Hinweisgeber meldete sich bei der Polizei. Ein Hinweisgeber, ein Freund des Beschuldigten, der bei dem Beschuldigten Veränderungen bemerkt habe. Und er wollte darüber näher sprechen. Im standardisierten Austausch zwischen der Polizei und Verfassungsschutz übermittelte uns die Polizei dann diese Information. Und wir führten ein Gespräch mit diesem Hinweisgeber. Der Hinweisgeber äußerte sich dann über den Beschuldigten, dass dieser noch bis vor kurzem viel Alkohol getrunken habe und viel gefeiert hätte. Jetzt aber eine Veränderung bei ihm wahrnimmt. Er spreche viel über den Koran. Er trinkt keinen Alkohol mehr. Und er stellt auch viele Sachen in Frage. So dass er möglicherweise diese Veränderung als Radikalisierung bewertete.“

Der Messer-Attentäter habe also, den ersten Ermittlungen zufolge, aus religiösen Motiven gehandelt und sei psychisch labil gewesen.

Auch die Radikalisierung des Mannes war bekannt. Doch eine unmittelbare Gefahr sei von ihm aber nicht erwartet worden.

Die Polizei ist bisher davon überzeugt, dass er ein Einzeltäter gewesen ist.