Hamburg: Erneut Tausende gegen G20

Auch am Samstag sind Zehntausende Menschen gegen den G20-Gipfel auf die Straße gegangen. Nach den schweren Krawallen in der Nacht zuvor blieb es zunächst friedlich. Die Demonstrationszüge standen unter Mottos wie „G20 – not welcome!“ und „Grenzenlose Solidarität gegen G20“.

Mit Fahnen, Bannern und Musik bewegten sich die Demonstranten durch die Straßen, begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot. Auch der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele war unter den G20-Kritikern. Zu den Gründen ihres Protests sagte eine Teilnehmerin:

„Ich finde es einfach nicht okay, was für Leute auch hier sind. Erdogan, Putin, Trump, deren Politik ist eine Schande. Und das muss auf die Straßen getragen werden.“

Von gewalttätigen Ausschreitungen distanzierten sich aber viele.

„Also, da sind ja mehrere Parteien beteiligt. Und ich war gestern nicht dabei, aber ich finde solche Ausschreitungen selbstverständlich unmöglich, die gehören zu einer Demonstration nicht dabei. Wir sind hier friedlich.“

Beim größten Polizeieinsatz in der bundesdeutschen Geschichte hatten sich militante G20-Gegner und Sicherheitskräfte in der Nacht zum Samstag Straßenschlachten in bislang beispielloser Härte geliefert. Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte die Gewalt und stellte sich ausdrücklich hinter die Polizei. Diese rechnet nach eigenen Angaben auch am letzten Tag des Treffens der Staats- und Regierungschefs der 20 mächtigsten Industrie- und Schwellenländer mit weiteren Auseinandersetzungen.