Großbritannien stuft inzwischen 60 Hochhäuser als brandgefährdet ein

In Großbritannien ist die Zahl der als brandgefährdet eingestuften Hochhäuser auf 60 gestiegen. Zu diesem Ergebnis kam eine landesweite Überprüfung von insgesamt rund 600 Gebäuden, wie die Regierung am Sonntag mitteilte. Die Hochhäuser, die die Sicherheitstests nicht bestanden, befinden sich demnach in 25 Kommunen. In der Nacht zum Samstag mussten im Londoner Stadtteil Camden 4000 Menschen fünf Hochhäuser verlassen. Sie wurden in Hotels und Sporthallen untergebracht.

Nicht alle Bewohner der betroffenen Hochhäuser haben dafür Verständnis.

„Soweit es mich betrifft, ist dieses Gebäude genauso sicher, wie in der vergangenen Woche. Es hat sich nichts geändert. Ich wohne hier schon seit drei Jahren und das Gebäude war scheinbar so sicher, dass man drin wohnen konnte. In den letzten Tagen wurde nichts verändert.“

Anlass der Untersuchung war die Feuerkatastrophe im Londoner Grenfell Tower, bei der vergangene Woche mindestens 79 Menschen starben. Der Großbrand war von einem Kühlschrank ausgegangen. Das Feuer breitete sich nach Ermittlungen der Experten an der Außenfassade rasend schnell durch brennbares Dämm-Material aus, das nicht hätte verwendet werden dürfen.

Die britische Regierung und Premierministerin Theresa May waren wegen ihrer Reaktion auf den Großbrand in die Kritik geraten. May wurde vorgeworfen, sich zu spät mit den Opfern getroffen zu haben. Die Katastrophe hatte zudem Fragen über ein mögliches Versagen der Behörden aufgeworfen.